Die SMS lebt – noch

MDR INFO, 16.10.13
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Seit 19 Jahren gibt es die SMS in Deutschland. Nun hat sie einen neuen Rekord erreicht, obwohl eigentlich schon als abgeschrieben gilt. Ich habe mich einmal umgehört, wie es denn mit der Short Message genau aussieht.

Die SMS lebt – noch. 2013 wurden 5,4 Prozent mehr an Kurznachrichten in Deutschland  verschickt, als vor einem Jahr. Das sind 168 Millionen SMS pro Tag. Soviel wie nie zuvor, ergab die Marktstudie des deutschen Telekommunikations-Branchenverbands VATM. Torsten J. Gerpott hat die Studie durchgeführt und blickt trotzdem negativ in die Zukunft.

Wir werden die nächsten Jahre aus meiner Einschätzung her kein Wachstum mehr sehen, sondern eher ein Negativ-Wachstum. Die Zahl der SMS wird zurückgehen, weil eben mehr und mehr Menschen in diesen mobilen Internetbereich migrieren, dort Apps auf ihr Telefon laden, und dann eben in diesen Communitys ihre Messages dann eben mit realisieren werden.


Hinter diesen  Apps verbergen sich beispielsweise Facebook, Google plus oder Whats App. Diese kleinen Programme brauchen aber einen mobilen Internetanschluss. Den gibt es nur auf Smartphones. Und Smartphones machen erst ein Drittel aller Handys in Deutschland aus. Das erklärt, weshalb die SMS Rekorde erzielt und  noch nicht von WhatsApp vertrieben wurde. Doch gerade bei jüngeren Leuten sieht das heute schon ganz anders aus, wie eine nicht repräsentative Umfrage vor einer Schule in Halle ergab.

Also, bevor ich eine Internetflatrate hatte, hatte ich mich natürlich auf SMS berufen. Aber jetzt, seitdem es das Internet gibt, nutze ich Whats App, was preisgünstiger ist bzw. diesen einen Euro pro Jahr, den kann man sich locker mal verkneifen.
Naja, so mehr Whats App.
Weil eben alle meine Freunde Whats App haben. Oder weil eigentlich alles Whats App haben heutzutage.
Und wie ist es mit dem Telefonieren? Mehr telefonieren oder mehr SMS?
Telefonieren?
Ja, ich schreibe auch mehr, als Telefonieren.
Ich telefoniere auch nicht gerne. Deshalb. Das hat nichts damit zu tun, dass ich nicht schreibe. Ich telefoniere halt nicht gern.

Wenn’s mal schnell gehen muss, dann die Nachricht: ‚Ich kommen 5 Minuten  später.‘ Beim Autofahren. Ist schon vorgefertigt. Aber wenn es etwas persönliches ist, dann rufe ich lieber an.
Tatsächlich verdienen die Anbieter mit dem eigentlichen Gespräch noch immer am meisten, stellt die Untersuchung fest. Aber auch hier gibt es eine Verschiebung hin zum mobilen Gespräch: Das Volumen der Festnetz- Gespräche ging um zwei Prozent zurück – während die Handy-Telefonate sogar um drei Prozent anstiegen, es also sogar insgesamt mehr Gespräche gab.

(c) Michael Voß, www.michael-voss.de

Author: Michael Voß

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