Gedanken und Befürchtungen

Voller Entsetzen schauen wir nach Syrien. Doch was passiert mitten in Europa, wenn Griechenland in wenigen Tagen seine Polizisten und Soldaten nicht mehr bezahlen kann und Spanien, Italien oder gar Frankreich bald folgen?

(c) Michael Voß, www.michael-voss.de

Crowdfunding – die Dresdner Band Couscous sammelt Geld für die erste CD

MDR INFO, 02.08.12

Crowdfunding – das ist eine in Deutschland noch relativ unbekannte Form der Finanzierung von Projektideen. Alles läuft über das Internet. Firmengründer, Ideengeber und auch Sänger können so durchstarten, ohne auf Bankenhilfe angewiesen zu sein.

Couscous, Foto: Tino Kreßner

„What can I do?“ – Was kann ich tun? Das fragten sich auch vor einiger Zeit Sängerin Tine Schulz und der Mann an den Instrumenten, Moritz Eßinger. Beide sind seit eineinhalb Jahren die Dresdner Band Couscous und wollen nun die erste eigene CD herausgeben.

Wir sind noch nicht langer auf der Bühne und hatten noch nicht lange Zeit jetzt selber ein Kapital zu schaffen. Auf der anderen Seite wollen wir jetzt auch nicht zu einem großen Geldgeber gehen, zu einem großen Plattenlabel, oder ähnlichem, sondern wir wollen es lieber so machen, dass wir alle Möglichkeiten und alle Rechte bei uns behalten. Und da ist es ein ideales Geschäftsmodell, um direkt mit den Fans oder den zukünftigen Fans gemeinsam son Projekt eben zu verwirklichen.

Couscous, Foto: Daniel Scholz

Moritz Eßinger beschreibt, worum es beim Crowdfunding-Modell geht: Per Internet sucht sich ein Künstler, eine Firma oder einfach nur ein Mensch mit Ideen viele Leute, die an ein Projekt glauben. Diese können dann im Internet Geld für das Projekt beisteuern und bekommen als symbolischen Gegenwert etwas aus diesem Projekt – bei Couscous eine CD und beispielsweise ein Hauskonzert. Die Vielzahl der Geldgeber macht dann das Projekt möglich. Couscous braucht für die Produktion der  ersten eigenen CD 4.440 Euro.  – Diese Nacht lief die Frist dafür ab und es ist sogar etwas mehr geworden, freut sich Moritz Eßinger.

Wir haben schon das Studio ausfindig gemacht. Wir haben schon die Studiomusiker und wir haben schon nen Flug gebucht. Es geht nämlich nach London. Da haben wir gute Connections und dann werden wir drei Wochen in London sein und den ganzen Tag und wahrscheinlich auch die ganze Nacht an diesem Album aufnehmen und arbeiten. Wenn’s dann fertig ist, so Ende Oktober ungefähr, dann gibt’s hier eine fette Relaese-Party.

Die Band Couscous ist beim Dresdner Crowdfunder Startnext angetreten, der sich speziell um kreative Projekte kümmert. Tino Kreßner, er  ist einer der beiden Gründer, nennt die Berufsgruppen, die sich hier melden.
Filmemacher, Musiker, Buchautoren, aber auch hin bis zu Journalisten, die ja an freien Beiträgen arbeiten, oder Erfinder, die vielleicht dabei sind, ein Patent anzumelden und so die erste Serie ihres Produktes zu produzieren.
Seit der Gründung im Oktober 2010 hat Startnext bereits 220 Projekte gefördert. Dabei  kamen insgesamt 780-tausend Euro zusammen – durch Personen, die sich im Internet gefunden haben. Startnext selbst finanziert sich aus Spenden.

Jeder kann während des Fundings ein freiwilliges Trinkgeld geben für diesen Service.  Und faszinierender Weise ist der Betrag, den die Leute geben, bei circa 5 Prozent. Also wir können schon so anfänglich so den ersten Projektbetreuer damit bezahlen.

Crowdfunding ist also eine Möglichkeit, an der alle Beteiligten verdienen. Denn die großen Geldgeber für Couscous beispielsweise werden diese Stimme von Sängerin Tine Schulz bald in einem Hauskonzert hören können.

(c) Michael Voß, www.michael-voss.de

Live-Konzert auf dem Dach

20120801 – Es gibt Beiträge, deren Produktion macht einfach Spaß: Gestern war ich bei der Firma Startnext in Dresden, um hier Interviews über das sogenannte Crowdfunding zu führen. Was das genau ist und wem es etwas bringt, erzähle ich morgen früh mit Hilfe der Band Couscous bei MDR INFO. Das Duo will nämlich bis heute Nacht genug Geld für die Produktion seiner ersten CD zusammenbekommen. Und dieses Geld versuchen die beiden über die Internetseite von Startnext zu sammeln. Dort kann jeder Geld dazu geben und eine Gegenleistung dafür erweben.

Foto: Startnext / Tino Kreßner

Unser Interview auf der Dachterrasse in der Nähe des Blauen Wunders wurde schnell zu einem kleinen Konzert. Und es hat sich gelohnt. Nicht nur das Thema ist interessant, auch die Musik.

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MDV verlangt Geld für das Gepäck

Ab heute muss jeder Fahrgast des Mitteldeutschen Verkehrsverbundes (MDV) eine Extra-Fahrkarte lösen, wenn er mehr als zwei Gepästücke bei sich hat. Darauf machten heute die Schaffner im Zug aufmerksam. Das gelte auch für Fluggepäck und Einkaufstüten. Das war zwar schon seit einigen Wochen bekannt, doch hieß es, man wolle diese Regelung sachte durchführen und eigentlich hätte das ja schon immer gegolten.

Ich frage mich, wie man mit diesen Steinzeitmethoden mehr Fahrgäste gewinnen will. Wer einkauft nimmt dann doch erst recht sein Auto.

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Zu Besuch in Dresden


Für mich ist Dresden immer wieder eine der schönsten Städte, die ich kenne. Heute habe ich es ein wenig ausgenutzt und bin auf Fotokurs durch die Stadt gegangen.
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Die Deutschen und die Angst um die Datensicherheit

MDR INFO, 31.07.12
Die Deutschen wissen offenbar genau, worauf sie bei der Internetsicherheit achten müssen. Und sie sind besorgt, was ihre Daten angeht. Dies hat eine europaweite Untersuchung festgestellt.
Die Deutschen haben Angst im Internet – zumindest ein bisschen, so scheint. 79 Prozent aller Nutzer zeigen sich nämlich besorgt, wenn es um die Sicherheit der hochgeladenen Daten geht. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage, die jetzt veröffentlicht wurde. Im europäischen Vergleich liegt Deutschland damit im Spitzenbereich. In Schweden sind es beispielsweise nur 52 Prozent und in Finnland 49 Prozent aller Nutzer, die Angst um die Sicherheit ihrer Daten haben. Auftraggeber der Studie war die internationale IT-Sicherheitsfirma F-Secure. Fabio Marti ist dort Leiter der Marketing-Entwicklung. Er sieht die Skepsis der Deutschen positiv.

Die Deutschen sind an sich vorsichtiger, wenn es darum geht, wie sie mit ihren digitalen Inhalten, mit ihrem digitalen Leben umgehen. Die Deutschen scheinen die Notwendigkeit von Sicherheitslösungen, von Privatsphäre, von Schutz tatsächlich zu schätzen. Und das bestätigt uns in unserer Mission und in dem, was wir tun.
Und die Mission einer IT-Sicherheitsfirma ist der absolute Schutz der Daten. Deshalb ist es für das Unternehmen interessant zu wissen, weshalb und wo genau die Deutschen skeptisch sind. Laut Umfrage sind die Deutschen zwar mit ihren Providern – das sind die Unternehmen, die den Zugang zum Internet anbieten – zufrieden. Skepsis gibt es aber gerade bei den sogenannten Cloud-Diensten. Hier lassen sich private und berufliche Daten auf fremden Servern speichern. Die befragten Deutschen haben hier ganz genaue Vorstellungen davon, was sie von ihrem Anbieter erwarten.
Da rangierten ganz hoch in der Wertschätzung der Nutzer so Themen, wie dass der Anbieter einer solchen Lösung tatsächliche auch telefonisch erreichbar ist, und wenn sie jetzt nur mal daran denken, sie müssten ein globales Unternehmen wie Google telefonisch zu erreichen, dann gestaltet sich das nicht sonderlich einfach. Auch sehr hoch angesehen bei den Nutzern ist ein Unternehmen, was im selben Land sitzt, wie man selbst und was auch den selben Gesetzen unterliegt wie man selbst.
Und genau hier achten die Deutschen offenbar besonders drauf, denn die Provider, die Internetanbieter, sind meist Firmen aus Deutschland. Den Cloudservice wiederum bieten die großen internationalen Firmen, wie Microsoft, Apple oder Google an, die die Daten im Ausland speichern und so nicht unter den eher strengen deutschen Datenschutz fallen. Es ist also eine gesunde Skepsis, die die Deutschen in dieser Umfrage zeigen, findet Fabio Marti:
Es geht hier schließlich um nichts weniger als das digitale Leben der Nutzer. Und da muss man ganz klar sagen, es ist absolut richtig, skeptisch zu sein und etwas genauer hinzusehen.
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Feierabend

Auf dem Weg nach Hause steht das Gohliser Schlösschen.

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