IFA 2019: DAB+ aus einem alten Volksempfänger – der Retro-Look macht es möglich

Retro-Look im Stil eines Volksempfängers
Retro-Look im Stil eines Volksempfängers
ARD-Hörfunk, 09.09.19

Die Reichweite für das Digitalradio DAB+ steigt in Deutschland weiter an. Inzwischen können 22,7 Prozent aller Haushalte diesen neuen Standard empfangen. Vor einem Jahr waren es nur 17 Prozent aller Haushalte. Doch wie sieht es mit den Empfangsgeräten aus? Ich habe auf der Funkausstellung sogar einen alten Volksempfänger entdeckt, der DAB+-geeignet ist.

Helles Holz, alte Drehknöpfe, stoffverkleidete Fläche, aus der Töne kommen, rundes Fenster – ja, das scheint ein Uraltradio, eine Volksempfänger, zu sein, der hier am Messestand steht. Joachim Hagel von Soundmaster kennt die verwunderten Blicke an seinem Stand – und schwärmt, was diese Gerät alles kann.

Wir haben einen Plattenspieler eingebaut, mit einem hervorragenden Tonabnehmersystem. Und Sie als Kunde haben die Möglichkeit, von der Platte auf USB zu digitalisieren. Dann haben wir ein DAB-Radio, neuestes Empfangstechnik, also digitales Hören, CD-Qualität im Radio.

Joachim Hagel, Soundmaster
Retro-Look im Stil eines Volksempfängers mit eingebauten Plattenspieler
Retro-Look im Stil eines Volksempfängers mit eingebauten Plattenspieler

Der Volksempfänger ist sehr vielfältig. Es ist natürlich ein Nachbau. Retro-Look lautet das Schlagwort. Moderne Technik in altem Design. Darauf hat sich die Marke Soundmaster spezialisiert. Zwischen 50 und 800 Euro liegen die Preise für die DAB+-Geräte. Doch es gibt auch sehr komplette Geräte zu einem günstigen Preis, erzählt Joachim Hagel – allerdings ist der Retro-Look ein wenig bescheidener:

Was an dem schön ist: Wir haben hier einen richtigen Aluminium-Deckel oben drauf, wir haben DAB+, wir haben ein normales Radio natürlich mit drin, wir haben USB, wir haben Bluetooth und wir haben sogar über Bluetooth eine Freisprecheinrichtung. Also, wenn das Telefon klingelt, nehme ich das Gespräch an und spreche direkt mit dem Radio. Und ein Micro-SD-Kartenslot. Ich habe hier schon alles  und das ist ein Gerät in der 80-Euro-Preisklasse.

Joachim Hagel, Soundmaster

Und dann gibt es noch den Geheimtipp für die Landwirtschaft:

Das ist eines der kleinsten DAB-Radios am Markt mit einem 700 Milli-Ampere-Akku. Das Gerät müssen wir uns vorstellen halb so groß wie eine Zigaretten-Schachtel. Habe einen kleinen Lautsprecher, habe Kopfhörer mit dabei. Und das wird sehr oft eingesetzt bei den Weinbauern. Die sind in den Weinbergen und haben dann oben in ihrer Tasche ein Radio. Und das mit DAB.

Joachim Hagel, Soundmaster

Wenige Messestände weiter gibt es DAB+-Autoradios. Der Hersteller JVC Kenwood baut inzwischen nur noch Geräte, die auch DAB+ empfangen können, erzählt Luca Ciriolo. Und bei den Geräten, die zusätzlich auch noch UKW empfangen, gibt es einen nahtlosen Übergang, wenn zwischen beiden Übertragungsarten in die jeweils bessere gewechselt wird. Wichtig für lange Autofahren…

Wir haben bei unseren Geräten Doppeltuner integriert. Also da ist schon UKW und DAB+ mitintegriert, mit DAB-seamless-bleding, also die Funktion, dass es automatisch dann von dem UKW-Bereich in den DAB-Bereich umschaltet,  das macht das Gerät automatisch.

Luca Ciriolo, JVC Kenwood

Die Auswahl ist inzwischen groß. Kein Wunder: Denn wenn es nach der Bundesregierung geht, sollen demnächst in jeden Neuwagen nur noch DAB+-fähige Geräte eingebaut werden. Auch der Preis hat sich deshalb inzwischen an den der UKW-Geräte angenähert, sagt Luca Ciriolo:

Wir fangen bei einem Preis von 100 Euro an, bis in den Navigationsbereich, via 1499 Euro, und da ist dann HD-Display, Apple-Carplay, Android-Auto,  wireless Carplay und die Navigation mitintegriert.

Luca Ciriolo, JVC Kenwood

Tatsächlich hat sich das Angebot an DAB+-fähigen Geräten auf der Funkausstellung inzwischen deutlich vergrößert. Für jeden Anspruch ist etwas dabei.

Author: Michael Voß