IFA: Benzinpreisvorhersage mit 80prozentiger Wahrscheinlichkeit

Wenn man doch den Benzinpreis vorhersagen könnte – das wäre genial. Das mag sich schon mancher Berufskraftfahrer oder Pendler gedacht haben. Die gute Nachricht – das kann man. Ein entsprechendes Projekt wurde jetzt in Berlin auf der Internationalen Funkausstellung mit dem Human Telematik Award ausgezeichnet. Michael Voß erklärt, wie das genau funktioniert.

Andreas Angermayr pendelt täglich zwischen Salzburg und München. In Österreich wohnt er, in Deutschland ist sein Firmensitz, die Signicon. Angermayr kennt sich mit Pendeln und Benzinverbrauch aus. Und so er hatte eine sehr spezielle Idee…
Andreas Angermayr
Andreas Angermayr

Hier ist es eben möglich, aus einer Spritpreisdatenbank von historischen Daten abzuleiten auf Prognosen, also sprich: In den nächsten drei Tagen können wir auf die Stunde genau oder auf den Zeitpunkt genau in jeder Tankstelle in Deutschland sagen, was wird der Sprit oder der Diesel kosten.

Doch wie sieht es mit dieser Genauigkeit aus? Stimmt die Prognose immer? Oder können die Vorhersagen auch daneben gehen?

Es bleibt natürlich eine Prognose, wie beim Wetter, aber es ist sehr genau. Wir sind auch mit einer Wahrscheinlichkeit von über 80 Prozent dabei, wobei wir auf den Cent genau prognostizieren können.

Damit die Vorhersage treffend ist, greift Andreas Angermayr nicht nur auf die aktuellen und historischen Daten der Benzinpreise zurück. Es werden unter anderem auch der Dollarkurs, der Erdölkurs, das Wetter und die Ferienzeiten in der jeweiligen Region berücksichtigt.

Der Einsatz dieses System ist vielfältig. Viel-Pendler, wie Andreas Angermayr, können so ihre tägliche Routen umplanen, sobald absehbar ist, dass eine Tankstelle ihren Preis herabsetzen will. Doch richtig gut kann beispielsweise bei Fuhr- oder Busbetrieben eingespart werden:

Sie fahren von München nach Hamburg. Geben das in ihr Navigationsgerät ein. Das Navigationsgerät kommuniziert dann mit dem Dienst und entscheidet für Sie, was ist besser, wann kann ich tanken. Die Entscheidung, wann Sie tanken, bleibt ihnen überlassen – aber ist es besser heute zu tanken oder morgen zu tanken?

Das Programm läuft insofern in Zusammenarbeit mit anderen Programmen. Derzeit gibt es noch keine eigene App. Andreas Angermayr sucht weitere Firmen, die mit ihm zusammenarbeiten. Sein Programm stellt dabei die Prognosen zusammen und kann sie dann über einen Schnittstelle weiterreichen.