Elektro-Motorroller werden miteinander vernetzt – Dadurch entstehen neue Geschäftsmodelle und mehr Sicherheit

unu-Mitgründer Mathieu Caudal und sein Motorroller
unu-Mitgründer Mathieu Caudal und sein Motorroller
Das Startups, junge Firmengründungen, auch sehr erfolgreich laufen können, hat diese Woche einmal mehr die Digitalmesse CEBIT gezeigt. „Unu“ stellt Elektro-Motorroller her und startete in Hannover die Zusammenarbeit mit einem Telekommunikationsriesen. Was dahinter steckt, habe ich für MDR Aktuell herausgefunden.

Der junge Franzose im blauen Anzug vor seinem roten Motorroller fällt auf dem Messegelände in Hannover auf. Er war diese Woche auf der CEBIT um seine Partnerschaft mit Vodafone vorzustellen. Denn Mathieu Caudal ist Mit-Gründer von „unu“. Das Berliner Startup stellt Elektro-Motorroller her. In Deutschland ist das Unternehmen fünf Jahre nach Gründung inzwischen Marktführer in dem Bereich. Doch man denkt schon über das eigentliche Verkaufen der E-Motorroller hinaus.

Wir glauben sehr stark, dass die Mobilität in der Stadt sich ändern wird und die Gewohnheiten der Leute sich von „Ich besitze ein Fahrzeug“ zum Thema Shared Mobility und „Ich möchte nur von A nach B gehen und dafür nur von A nach B zahlen“ wandeln wird.

Und genau deshalb beginnt hier die Zusammenarbeit mit Vodafone. Ähnlich wie bei Leih-Fahrrädern gibt es jetzt auch Motorroller, die über das Internet vernetzt sind, erzählt Mathieu Caudal.

Das heißt, die Roller haben tatsächlich eine Sim-Card von Vodafone drin und sind damit verbunden. Und Sie können dann auch digital mit seinem Smartphone – man braucht keinen Schlüssel mehr – an den Roller rangehen, den Roller anschalten, losstarten und dann losfahren.
Das erste Mal auf einem Motorroller - testen des Hauptdarstellers meines Beitrages (Foto: Arndt Hecker)
Das erste Mal auf einem Motorroller – testen des Hauptdarstellers meines Beitrages (Foto: Arndt Hecker)
Mit diesem System können die Motorroller von mehreren Menschen genutzt, aber nicht unerlaubt gestartet werden. Eine Idee zum Beispiel für Familien oder Nachbarn, die sich solch ein Gefährt teilen wollen. Möglich ist aber auch eine Firma, die die Motorroller via Internet verleiht. Die einzelnen Roller wären dann mit einer Zentrale vernetzt, so dass dort jeweils der Standort und der Akkustand abgelesen werden können. Die Mieter wiederum könnten direkt über eine App den Motorroller starten, wenn sie zuvor von der Verleih-Firma freigeschaltet wurden. Doch auch Unternehmen könnten so eine Flotte von Elektro-Motorroller als Firmenfahrzeuge nutzen. Auch „unu“, der Hersteller, überlegt, ob er in diesen Markt einsteigt. Doch noch sei keine Entscheidung getroffen, meint Mathieu Caudal. Man stelle bislang nur diese technische Möglichkeit zur Verfügung. Der Franzose ist nicht nur Geschäftsmann, er hat diesen Motorroller im „Retro-Design“ auch für das Unternehmen entwickelt. Besonders stolz ist er auf die Akkus.

Der Roller hat eine portable Batterie, die man rausnehmen kann und an jeder normalen Steckdose laden kann. Damit habe ich dann eine Reichweite von 50 Kilometern, sogar 100 Kilometer Reichweite, wenn man das will, weil man in dem Roller zwei Batterien gleichzeitig anbinden kann.

Eine weitere technische Raffinesse ist übrigens das umweltschonende Bremsen. Die dabei entstehende Energie wird in Form von Strom direkt in die Akkus geladen. Bis zu 45 Kilometer pro Stunde schafft der Roller und ist dabei nicht einmal zu hören: der Elektromotor läuft völlig leise.

Kaufen kann man das Zweirad allerding nur im Internet, dadurch müssen aber keine Zwischenhändler mitfinanziert werden. Dadurch kann der Elektro-Motorroller mit der treibstoffbetriebenen Konkurrenz im Preis mithalten.

Author: Michael Voß