Zwei Hallenser sind Stars einer Google-Kampagne

MDR INFO, 26.10.13
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Fünf Monate ist das schwere Hochwasser in Sachsen-Anhalt jetzt her. Viele Helfer gab es damals, die meisten von ihnen blieben unbekannt. Der US-Konzern Google hat sich zwei von ihnen herausgesucht und präsentiert ihre spezielle Hochwasserhilfe jetzt im deutschen Fernsehen, in den Kinos und im Internet mit einem Kurzfilm.

Halle ist unsere Heimat. Wir sind hier groß geworden. Wir haben am Montag erfahren, dass die Flut jetzt auch bei uns war. Und das einen Tag später auch der Katastrophenalarm in Halle ausgerufen wurde.

So startet der Kurzfilm aus Halle. Lars Pflieger und seine Schwester Isa sind die Stars des Videos, mit dem der Konzern zeigt, was mit seinen Gratis-Straßenkarten Google Maps auch möglich ist. Für Lars Pflieger begann alles am  4. Juni.

Also, bei mir war es so, dass ich in Halle halt rumgefahren bin mit dem Fahrrad. Hab unterschiedliche Stationen angefahren, mir unterschiedliche Sachen angeguckt. Wollte halt helfen. Und da war es dann so, dass ich von einem Platz auf den andere geschickt wurde. Das war dann doch frustrierend und dann bin ich nach Hause gefahren und habe darüber nachgedacht und habe dann am frühen Abend angefangen.

Was da nun startet ist eine interaktive Karte. Die Informationen sucht sich Lars Pflieger aus dem Radio, dem Fernsehen, Internet und Zeitungen zusammen.  Eigentlich schreibt der 24-Jährige seine Abschlussarbeit als Ingenieur. Doch die Uni schließt wegen des Hochwassers – nun beginnt ein 19 Stundenjob, bei dem auch seine 16-jährige Schwester Isa mit hilft.

Ich bin um sieben aufgestanden, wenn du rausgegangen bist aus dem Haus, und bin dann abends oder nachts um 2 wieder ins Bett. – Ja, und ich hab dann immer geholfen, wann es ging, also auch rund um die Uhr. Es war am Anfang halt nur so eine kleine Idee. Und, als wir dann mitbekamen, dass es hilft und das wir ein so gutes Feedback gekriegt haben, da war es dann irgendwie leicht, das zu machen.

Die Karte zeigt Straßensperrungen, Evakuierungsgebiete – wie den Gimritzer Damm in Halle-Neustadt –, aber auch Stellen, wo Hilfe benötigt wird und Sandsäcke gefüllt werden. Farbige Symbole kennzeichnen die entsprechenden Punkte.


View Halle Übersicht Hochwasser in a larger map

Die Sandsackbefüllstationen, das waren kleine grüne Häuschen. Wenn die Sandsackbefüllstationen überfüllt sind, dann war es ein Wanderer, der eine Weg weiter weist, so dass man da gar nicht erst hingeht.

Die Symbole sind  anklickbar und zeigen dann weitere Informationen. Bis der Katastrophenalarm in Halle wieder aufgehoben wird, aktualisieren beide die Karte. Allein am ersten Tag waren es 240.000 Zugriffe – so erfolgreich, dass Google auf diese Karte aufmerksam wird und damit jetzt in die deutschen Kinos geht.

(c) Michael Voß, www.michael-voss.de

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