Lufthansa verbietet Samsung Galaxy Note 7 auf allen Flügen

Vor drei Wochen fing ein schadhaftes Smartphone von Samsung in einem Flugzeug Feuer. Die Maschine, die noch am Boden stand, musste evakuiert werden. Samsung stellte die Produktion des Galaxy Note 7 daraufhin ein. Während in immer mehr Staaten auf die Gefährdung des Flugverkehrs durch das Smartphone reagiert wird, hält sich Europa zurück – übrigens im Gegensatz zum Hersteller, der ebenfalls weitere Maßnahme ergreift.

Während der Recherchen zu diesem Beitrag verkündete die Lufthansa am Nachmittag: Ab sofort sei die Mitnahme des Samsung Galaxy Note 7 auf allen Flügen des Unternehmens aus Sicherheitsgründen verboten. Lufthansa folgt damit AirBerlin. Der Mitbewerber hatte bereits vor einigen Tagen mitgeteilt:

Sicherheit hat für airberlin immer die höchste Priorität. Daher ist die Mitnahme des Galaxy Note 7 auf allen Flügen der airberlin group ab sofort untersagt.

In den USA, in Kanada und vielen asiatischen Ländern haben die zuständigen Luftfahrtbehörden das Samsung-Smartphone seit längerem landesweit auf allen Flügen verboten. Der Grund: Das Galaxy Note 7 kann sich offenbar auch im abgeschalteten Zustand selbst entzünden. Der Hersteller Samsung reagiert auf das Transportverbot ungewöhnlich kundenfreundlich – ein Zeichen dafür, wie ernst die Lage wirklich ist. In einer E-Mail an MDR Aktuell heißt es:

Samsung setzt auf zahlreichen Flughäfen Personal ein, um Kunden nach Sicherung persönlicher Daten mit einem Austauschgerät auszustatten und damit den Weiterflug mit Smartphone zu ermöglichen.

Mit anderen Worten: Samsung-Mitarbeiter stehen an den Flughäfen zur Verfügung, um Fotos, Videos und Adressdaten von dem schadhaften Handy auf ein neues Ersatzhandy zu kopieren. Kunden, die mit einem Note7-Smartphone reisen, werden gebeten, sich im Notfall telefonisch mit Samsung in Verbindung zu setzen. Dafür hat das Unternehmen eine Telefonnummer in Deutschland geschaltet. Im Normalfall gelte aber weiterhin die bisherige Umtauschregel, heißt es:

Wir bitten alle Note7 Kunden, sich an ihren Händler oder Mobilfunkanbieter zu wenden, um ihr Note7 im Rahmen des aktuellen Rücknahmeprogramms zurückzugeben.

Trotz dieser Reaktion von Samsung wird die Bedrohung in Europa von den Flugaufsichtsbehörden und den meisten Fluglinien bislang nicht so dramatisch gesehen. Einige Passagiere am Leipziger Flughafen berichten nach ihrer Rückkehr aus der Türkei, wie die derzeitige Regelung in Europa funktioniert.

Direkt in der Türkei am Schalter, da hat da so ein Flyer gehangen: Ganz wichtig! Dieses Handy bitte – wie war das? – den ganzen Flug auslassen nicht anmachen.

Komplett auslassen. Darf nicht angemacht werden. Und am besten eigentlich gar nicth mitbringen.

Auch nicht im Flugmodus. Total ausstellen.

Ausstellen genüge – das meinen trotz international anderer Ansicht die europäischen Behörden und auch das deutsche Luftfahrtbundesamt. Das wiederum führt dazu, dass die Bundespolizei und die beauftragen Sicherheitsunternehmen das Gepäck der Fluggäste nicht auf das Galaxy Note 7 hin untersuchen dürfen. So ist das Verbot des Smartphones auf den Flügen von AirBerlin und Lufthansa kaum durchsetzbar, denn die Flugbesatzung darf das Gepäck der Reisenden nicht eigenhändig untersuchen.

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