IFA: Digitalradio DAB+ erreicht immer mehr Hörer in Deutschland

Das Digitalradio DAB+ erreicht in Deutschland immer mehr Hörer. Das geht aus dem Digtialisierungsbericht der Medienanstalten hervor, der am Nachmittag auf der Internationalen Funkausstellung in Berlin veröffentlicht wurde. Für die ARD-Hörfunksender berichtete ich darüber.

Knapp fünf Millionen Haushalte verfügen derzeit über mindestens ein Radiogerät, mit dem man das Digitalradio DAB+ empfangen kann. Vor zwei Jahren konnten lediglich knapp drei Millionen Haushalte das Digitalradio hören. Das ist ein Anstieg um über fünf Prozentpunkten.

Die ARD-Vorsitzende Karola Wille war sichtbar zufrieden, als sie auf dem IFA-Gelände in Berlin ankam.

Also die Zahlen sind ja ermutigend. Das ist ja eine dynamische Entwicklung, sowohl im Bereich der Endgerätedurchdringung, als auch bei der Nutzung. Es ist erstaunlich, welche Zahlen da heute bekanntgegeben wurden. Insofern: Macht Mut, die nächsten Schritte zu gehen.

Die nächsten Schritte will die ARD-Vorsitzende nicht nur gemeinsam mit den anderen öffentlich-rechtlichen Sendern gehen, sondern auch mit den privaten Anbietern.

Ich glaube ein ganz entscheidender Punkt ist, wenn die Politik eine Mehrnormgerätepflicht regelt, das heiß, das die neuen Endgeräte, die in den Markt kommen, sowohl UKW, als auch IP, als auch DAB+-Plus beinhalten.

Trotzdem kommt Kritik von den Landesmedienanstalten. Sie stellen fest, dass die öffentlich-rechtlichen auf der einen und die privaten Sender auf der anderen Seite finanziell unterschiedliche Voraussetzungen hätten. Während ARD und ZDF zusätzliche Gelder für das Digitalradio von der zuständigen Aufsichtskommission KEF genehmigt bekommen haben, müssten die privaten Sender die Einführung aus dem normalen Haushalt bezahlen. Der Präsident der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien, Siegfried Schneider, sagte:

Der private Hörfunk braucht deshalb nach meiner festen Überzeugung in der Einführungsphase auch Unterstützung, damit dieser Zeitraum so kurz wie möglich wird.

Die ARD-Vorsitzende stellt sich hinter diese Forderung und verweist auf positive Erfahrungen, die sie selbst als MDR-Intendantin gemacht hat, Karola Wille:

Das ist durchaus eine Möglichkeit, über die die Politik ernsthaft nachdenken sollte. Wir haben das bei uns im Sendegebiet, da haben wir uns auch an die Politik gewandt, und haben das Anliegen der privaten Veranstalter unterstützt.

Die Sender wollen eine schnelle Einführung des Digitalradios, weil es eine bessere Klangqualität bietet, als der bisherige Empfang über UKW. Außerdem können Zusatzinformationen verbreitet werden, wie Verkehrsdaten, Wetterkarten, Musiktitel, Interpret oder die aktuellen Nachrichtenschlagzeilen.