Wie schnell ist mein Internetanschluss wirklich?

MDR INFO, 29.03.13
–> Beitrag anhören

Wenn Sie zuhause Internet haben, dann hat ihnen ihr Anbieter eine bestimmte Geschwindigkeit versprochen, mit der Sie an die Informationen kommen, die Sie haben wollen. Haben Sie diese schon einmal kontrolliert? Die Bundesnetzagentur hilft dabei.

Screenshot initiative-netzqualität.de

Die Bundesnetzagentur – das klingt nach einer komplizierten Behörde. Muss aber alles gar nicht so kompliziert sein. Ab und zu geht es auch einfach. Auf der Homepage initiative-netzqualität.de kann jeder die sogenannte Bandbreite, die bei ihm zuhause wirklich anliegt, nachmessen. Dieses ist sozusagen eine Geschwindigkeitsangabe für das Internet. Für diesen Test  muss nicht kompliziert eine App heruntergeladen werden, sondern es geht direkt von der Homepage aus. Lediglich die Postleitzahl, die Zufriedenheit mit dem Anbieter, Angaben zum Anschluss sowie die versprochene Anschlussgeschwindigkeit werden abgefragt. Schon nach einer Minute wird dann das Ergebnis angezeigt.

Von diesem Test profitiert der Internetkunde als Tester, aber auch die Bundesnetzagentur, erklärt deren Pressesprecher Rudolf Boll:

Im Endeffekt ist es diese klassische Win-Win-Situation, wie man auf Neudeutsch ja so schön sagt, dass also der Verbraucher einen Vorteil hat,  aber wir als Behörde auch, denn wir werden dann demnächst dann auch diese Messergebnisse bekanntgeben und dann kann auch der Verbraucher sehen: Aha, wie sieht es denn insgesamt in der Republik so in etwa aus?

Und nicht zu vergessen: Ganz wichtig für den Verbraucher ist die Information, ob sein Anbieter denn überhaupt die richtige Angabe zur Geschwindigkeit des heimischen Internet-Anschlusses macht. Insgesamt wurde der Test seit Juni 2012 rund 500.000 Mal ausprobiert.
Jetzt gibt es noch einen weiteren Test, den die Bundesnetzagentur anbietet. Dabei soll die sogenannte Netzneutralität untersucht werden, erklärt Rudolf Boll. Vorweggeschickt: Dieser Test dauert länger und zwar 5 Minuten.

Im Endeffekt geht es da um die Gleichbehandlung aller Daten im Netz, dass also nicht bestimmte Daten anders – schneller oder weniger schnell – transportiert werden, als andere.

Und das hat seinen Grund: Größere Konzerne haben großes Interesse, dass ihre Daten bevorzugt durch das Internet wandern. Und sie hätte auch das nötige Kapital, um die Internetanbieter davon zu überzeugen. Kleine Privatanbieter, meist weniger zahlungskräftig, müssten dann auf ihre Daten warten. Insofern hat auch diese Messung positive Auswirkungen für den Verbraucher. Bis zum Juni lässt es sich noch ausprobieren.

(c) Michael Voß, www.michael-voss.de

Author: Michael Voß

Schreibe einen Kommentar