IFA 2018: Küchengerätehersteller gehen neue Wege – Absatz ging in den letzten Monaten nach Boom zurück

Axel Kniehl, Miele, und Martin Eilerts, MChef
Axel Kniehl, Miele, und Martin Eilerts, MChef
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Für den ARD-Hörfunk bin ich zurzeit auf der Funkausstellung unterwegs, die am Freitag für das Publikum öffnet. Die Küchengerätehersteller sind die großen Aussteller der IFA. Zwei besuchte ich vorab.

Für Axel Kniehl ist klar: Bislang profitierten die Küchen- und Hausgerätehersteller vom Bauboom in Deutschland. Doch nun sieht der Verkaufs- und Marketingchef von Miele eine überraschende Entwicklung:

Insgesamt muss man allerding sagen, dass wir in den letzten neun Monaten eine deutliche Abkühlung im deutschen Markt wahrnehmen können, insbesondere bei den freistehenden Geräten, aber auch das Einbaugeschäft nicht mehr ganz so stark wächst, wie in den vergangenen vier bis fünf Jahren.Axel Kniehl, Miele

Woran könnte das liegen?

Insgesamt muss man allerding sagen, dass wir in den letzten neun Monaten eine deutliche Abkühlung im deutschen Markt wahrnehmen können, insbesondere bei den freistehenden Geräten, aber auch das Einbaugeschäft nicht mehr ganz so stark wächst, wie in den vergangenen vier bis fünf Jahren.Axel Kniehl, Miele
Roland Hagenbucher, Siemens Hausgeräte
Roland Hagenbucher, Siemens Hausgeräte
Zur Funkausstellung in Berlin versuchen die Hausgerätehersteller deshalb neue Themenfelder zu finden und damit neue Kunden zu erreichen. Roland Hagenbucher, Geschäftsführer bei Siemens Hausgeräte:

Die Werte und Lebenvorstellungen und Wünsche des Konsumenten von heute und auch von morgen werden immer individueller.Roland Hagenbucher, Siemens Hausgeräte

Der Wunsch nach mehr Gesundheit ist für viele Kunden Geld wert. Und genau dort will Siemens künftig sinnvoll unterschiedliche Geräte mit der Küche des Kunden vernetzten.

Siemens-Marketing-Chef Olaf Nedorn:

SmartWatch und Küchengeräte machen zukünftig gemeinsame Sache. Das heißt, sie stimmen Training, Fitnessziel und Kalorienverbrauch aufeinander ab. Wenn Sie es einmal nicht geschafft haben, in das Fitnessstudio zu gehen, dann schlägt ihnen ein HomeConnect-Partner wie KitchenStories eben statt des Schweinebratens eine leichtere Variante vor. Das heißt auch, wenn Sie heute Nacht wenig geschlafen haben, der Fitnesstracker hat es registriert, dann bietet ihnen die Kaffeemaschine in der Zukunft ihren Frühstücks-Latte-Macchiato etwas stärker zu machen. Olaf Nedorn, Siemens Hausgeräte

„In der Zukunft“ meint: Innerhalb der nächsten zwei bis drei Jahre will man soweit sein.

Auch Miele geht neue Wege: Künftig soll mit einem Bringeservice für Gourmetgerichte zusammengearbeitet werden. MChef heißt das Startup, dessen Gründer Martin Eilerts ist. Er liefert keine Pizza im Pappkarton, sondern….

…Gerichte, fertig auf Porzellan angerichtet. Wir haben ihnen zwei Vorspeisen mitgebracht…Martin Eilerts

Wer jetzt Appetit bekommt: Zur Zubereitung zuhause braucht man dann den sogenannten Dialoggarer, den Miele schon vor einem Jahr vorstellte und der wohl noch mehr Werbung braucht. Kein Wunder: er kostet 8000 Euro. Zusammen mit dem Bringeservice ist das wohl eher ein Angebot für exklusive Kreise. Mögliche Kunden sind aber auch Firmen, die so zum Geschäftsessen nicht mehr in das Restaurant einladen, sondern das gutausgestattete Büro nutzen.

Author: Michael Voß