IFA 2017: Die Kaffeemaschine, die eigentlich eine Hausbrauerei ist

Automat zum Bierbrauen (Foto: Michael Voß)
Automat zum Bierbrauen (Foto: Michael Voß)
Kaffeeautomaten sind schon heute nichts Besonderes mehr. Doch nun bekommen sie hausinterne Konkurrenz. Ein geheimer Renner auf der Internationalen Funkausstellung in Berlin ist nämlich ein Gerät, das so ähnlich aussieht. Doch die braune Flüssigkeit, die darin brodelt ist keine Kaffee, sondern Bier, zumindest die Flüssigkeit, aus der dann Bier wird. Was es damit auf sich hat, habe ich mir für MDR Aktuell angeschaut.

Ganz weit hinter den Bügeleisen und Kaffemaschinen versteckt steht auf dem Messegelände in Berlin so etwas wie eine Schwarzbrauerei. Die Geräte dort sehen aus, wie eine Mischung aus Mikrowelle und Kaffeemaschine. Doch der Geruch ist ganz anders…. Hopfen. Das weiß der Spezialist sofort. Oliver Fischer ist einer von ihnen. Und ihn fasziniert noch mehr an diesem Gerät.
Bierproduktion (Foto: Michael Voß)
Bierproduktion (Foto: Michael Voß)

Man sieht vorne durch das Fenster, wie sich die Maschine langsam füllt. Es hat dieses schöne Braugeräusch. Ein kleines Rumpeln, möchte ich sagen, davon ab sieht man nicht so viel. Man schmeckt danach halt mehr.

Wer es gerochen, gesehen und gehört hat, weiß: Hier entsteht Bier. Die Brauerei hat in die heimische Küche Einzug gehalten und passt sich in ihrem Design an die anderen Küchengeräte an. Das Praktische: Hopfen, Malz und alles, was sonst noch dazu gehört, lässt sich in kleinen Komplett-Paketen im Internet bestellen – wie bei der Kaffeemaschine. Doch die Pads heißen nicht Pads sondern Packs und sind vor allem umweltfreundlich, sagt Oliver Fischer, der die US-Firma Picobrew in Deutschland vertritt.

Oliver Fischer, Pressesprecher der US-Firma Picobrew (Foto: Michael Voß)
Oliver Fischer, Pressesprecher der US-Firma Picobrew (Foto: Michael Voß)

Ja, das ist relativ einfach: Das sind unsere Pico-Packs, die sind komplett biologisch abbaubar. Kommen also, wenn sie fertig sind einfach auf den Kompost. Da ist, von den Brauereien, mit denen wir zusammenarbeiten, bereits die Mischung drin, muss man nichts mehr tun.

Dieses Pack wird in das Braugerät geschoben. Mit Hilfe eines Chips erkennt das Gerät die Sorte, lädt sich aus dem Internet die genaue Brauanleitung für genau dieses Bier herunter und fängt an mit Dampf zu brauen. Nach ungefähr zweieinhalb Stunden ist die Flüssigkeit fertig. Nun muss es allerdings noch gegärt werden.

Faustregel: Ein bis zwei Wochen. Das hängt aber tatsächlich von der Biersorte ab. Es gibt Biere, die brauchen eine längere Gärzeit, insbesondere Lager. Aber es gibt auch welche, die eine kürzere Gärzeit haben.

Bierstand mit Selbstgebrautem (Foto: Michael Voß)
Bierstand mit Selbstgebrautem (Foto: Michael Voß)
Dafür gibt es zwei Fünf-Liter-Bierfässer, die wiedergenutzt werden. In einem kann das Bier gären, das andere wird zum Ausschenken genutzt. Craft Beer nennt sich ein Trend aus den USA und dahinter stecken kleine, regionale Biersorten. Aus diesen Brauereien bedienen sich die Hersteller der Pico-Packs:

Das Bier, das man bei uns, bei Picobrew, im Online-Shop kaufen kann, das sind kleine Craft-Biersorten aus aller Welt, aus den USA, aus Costa Rica, aus Singapur – drei Sorten auch aus Berlin.

Internationale Sorten – wer die zuhause selbst brauen will, muss tief in die Tasche greifen: Die Preise der Kleinbrauereien liegen bei 800 und 1.100 Euro.

Author: Michael Voß