„Dear Mrs. Google!“ – die Direktorin von Google.org

Jacquelline Fuller, Google.org
Jacquelline Fuller, Google.org
Google verschenkt weltweit Geld für humanitäre technische Projekte. Dafür gibt es Wettbewerbe, aber auch aktive Nachforschungen von Google. Eine Person steht hinter diesen – wie das Unternehmen es selbst formuliert – philanthropischen Ableger des Internet-Riesen: Jacquelline Fuller, die internationale Direktorin von Google.org. Ich habe mit ihr über ihr Anliegen gesprochen.

100 Millionen US-Dollar kann sie jährlich verschenken. Für Jacquelline Fuller ist das der allerbeste Job der Welt, wie sie MDR INFO verrät:

Yes, I think I have the best job in the hole world.

Tatsächlich scheint der Job als Direktorin von Google.org maßgeschneidert für die 47-Jährige zu sein.

Wenn ich morgens aufwache, denke ich über soziale Ungerechtigkeiten nach. Und ich denke darüber nach, wie wir die Kraft der Technologie nutzen können, um den Menschen zu helfen, die sonst zurückbleiben würden.

Die Kraft der Technologien – Google hilft nicht nur mit Geld, sondern auch mit Wissen – und davon hat der Konzern genug. In Deutschland heißt ein typisches Google-Projekt „Open Roberta“. Damit wird Schulkindern Programmieren schmackhaft gemacht. Der Grund: Nach Erkenntnissen von Google sind in Deutschland viele Schüler und Studenten nicht genügend auf das Arbeiten in der digitalen Welt vorbereitet. Für die Mutter zweier Töchter steht deshalb fest:

Deshalb wollen wir dabei helfen, Informatik sowie die Liebe und den Spaß mit Robotern zu arbeiten Schülern in ganz Deutschland beibringen. Dafür haben wir „Open Roberta“ erschaffen. Wir trainieren Lehrer, die dann das Projekt in die Schule bringen.

Eher spielerisch werden auf einem Monitor Formen hin- und hergeschoben und dann zu Befehlsketten zusammengesetzt, ähnlich wie bei einem Puzzle-Spiel. Wie weltweit bei jedem Projekt arbeitet Google.org auch hierbei mit einer Regionalen Organisation zusammen. Jacquelline Fuller:

Wir glauben, dass der beste Sachverstand für lokale Probleme durch lokale Lösungen mit lokalen Unternehmen geschaffen wird.

In Deutschland ist das die Fraunhofer Gesellschaft. Doch Google.org arbeitet auch mit kleinen Firmen und Neugründungen zusammen. Wie kann man sich dafür bewerben?

Dear Mrs Google!

Mails, die mit Ihren Spitznamen „Mrs. Google“ eintreffen – sie lächelt das charmant weg. Eigentlich gäbe es ja Wettbewerbe vor Ort, mit denen sich Firmen qualifizieren können. Doch warum gibt Google so viel Geld aus, um bei Projekten zu helfen?

Wir wollen gute Einwohner sein, dort wo wir arbeiten und leben. Und wir wollen Teil der Gesellschaft vor Ort sein.

Und, das darf man nicht vergessen: Natürlich ist es auch Imagepflege und Nachwuchswerbung für das Unternehmen.

Bevor Jacquelline Fuller zu Google.org kam, hat sie acht Jahre für Microsoft-Gründer Bill Gates in dessen Stiftung gearbeitet. In den ersten Monaten dieser Zeit lernte sie mit Geldbeträgen umzugehen, von denen sie zuvor nur geträumt hatte.

500 Millionen US-Dollar – alles für arme Leute in der ganzen Welt. Das ist wunderbar… Und dann, sechs Monate später bekamen wir eine Billionen – und ich sagte „Oh, mein Gott!“. Das ist verrückt. Und wenig später waren es 5 Milliarden (korrigiert eine ursprünglich falsche Zahl). Und dann immer mehr.

Man merkt es Jacquelline Fuller deutlich an. Sie liebt ihren Job. Und es sind für sie die Menschen, die dabei im Mittelpunkt stehen.

Author: Michael Voß