NRW verbietet “Scharia-Polizei”-Westen

06.09.14 – Nordrhein-Westfalen stellt das Tragen der sogenannten Scharia-Polizei-Westen unter Strafe. Innenminister Ralf Jäger (SPD) sagte in der Fernsehsendung “Aktuelle Stunde” des WDR, er habe hierzu einen polizeilichen Erlass herausgegeben. Die Polizei sei angewiesen, “gegen solche Möchtegern-Streifen mit allen polizeilichen Mitteln vorzugehen”.

mehr: http://www.tagesschau.de/inland/scharia-polizei-102.html

(Quelle: Tagesschau)

Unister dementiert Verkauf

MDR INFO, 15.04.14
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Unister ist „ab-in-den-urlaub.de“ und einer der erfolgreichsten Urlaubsanbieter im Internet. Das Leipziger Unternehmen steht im Ranking der deutschen Tourismusanbierter auf Platz 2 gleich hinter der Deutschen Bahn. Berichte, das Unternehmen solle verkauft werden, sorgten nun in Deutschland für Unruhe.

Der Leipziger Internethändler und Reiseanbieter Unister hat am Mittag klar dementiert vor dem Verkauf zu stehen. Aber man sei Geldgebern nicht abgeneigt. Unternehmenssprecher Konstantin Korosides:

Unister wird nicht verkauft. Wir befinden uns derzeit in einer Restrukturierungsphase und machen uns fit für weiteres Wachstum. Dabei haben wir in der Vergangenheit bereits Partner gesucht und machen das auch in der Zukunft.

Noch am Morgen hatte das Unternehmen einen Bericht des Wirtschaftsportals Bloomberg nicht kommentieren wollen. Bloomberg meldet, dass eine US-Firma damit beauftrag sei, Unister zu verkaufen. Die New Yorker Jefferies Group habe eine Summe von mindestens 1,5 Milliarden Euro als Verkaufswert festgesetzt.

Geschäfte laufen offenbar gut

Die Geschäfte bei Unister laufen nach wie vor offenbar gut. Und das trotz einer laufenden Anklage, trotz Vorwürfe, Versicherungssteuer hinterzogen zu haben, trotz angeblicher Verstöße gegen das Wettbewerbsrecht und trotz ständiger Auseinandersetzung mit dem Sächsischen Datenschutzbeauftragen.

Fakt ist aber auch, dass der Start des Neubaus der Firmenzentrale am Leipziger Augustusplatz eigentlich für Dezember 2012 geplant war und es seitdem auf dem Gelände keine Bewegung mehr gibt. Fakt ist auch, dass der Hotelneubau am Leipziger Ring, an dem Unister über eine Tochterfirma zu rund 50 Prozent beteiligt ist, ins Stocken geraten ist.

Ganz offensichtlich sind Geldgeber abgesprungen, als die Ermittlungen gegen führende Manager des Unternehmens bekannt wurden. Drei von ihnen kamen sogar vorübergehend in Untersuchungshaft.

Firmengründer zog sich 2013 aus dem aktiven Geschäft zurück

Firmengründer und Eigentümer Thomas Wagner trat im letzten Jahr aus dem operativen Geschäft zurück. Ihn löste der ehemalige Thüringer Regierungssprecher Peter Zimmermann ab. Wenig später wurde Anklage gegen fünf führende oder ehemals führende Unister-Manager erhoben. Hintergrund ist unter anderem ein Produkt, welches Reisenden die Möglichkeit gibt, kostenfrei den Urlaub umzubuchen oder zu stornieren. Die Staatsanwaltschaft sieht darin eine genehmigungspflichtige Reiserücktrittsversicherung, die weder genehmigt und für die auch keine Versicherungssteuer gezahlt worden sei. Unister sieht das Produkt nicht als Versicherung an und habe die normale Umsatzsteuer in gleicher Höhe abgeführt. Das Gerichtsverfahren läuft noch.

Unter diesen Umständen sehen es Finanzexperten als normal an, dass das Unternehmen Partner und zusätzliche Geldquellen sucht.

(c) Michael Voß, www.michael-voss.de

Facebook lässt sich Nachrichten an fremde Personen bezahlen

MDR INFO, 09.04.13
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Bislang konnte man bei Facebook kein Geld los werden, es sei denn, man wollte Werbung schalten. Das ist nun anders. Testweise heißt es. Und zwar, wenn man eine Nachricht an eine Person schreibt, die man nicht kennt. Normalerweise landet die Post in diesem Fall in einem unscheinbaren Ordner „Sonstiges“. Gegen Geldaufschlag kommt die Post nun in den normalen Posteingang, wo auch die Nachrichten der sogenannten Facebook-Freunde landen,  – sozusagen als Expresszustellung. Facebook wollte sich dazu – passenderweise – nur schriftlich äußern. In der Mail heißt es:

Die Möglichkeit, Nachrichten an Nicht-Freunde zu bezahlen, um in deren Posteingang zu landen, dient dazu, Spam zu verhindern. Gleichzeitig soll berücksichtigt werden, dass man Nachrichten von Menschen erhalten möchte, die nicht zum eigenen direkten sozialen Umfeld gehören.

Maximal eine bezahlte Nachricht pro Woche kann jeder Nutzer erhalten. Außerdem muss der Nutzer über 18 sein. Das Preissystem ist durchaus sehr unterschiedlich. So schreibt Facebook:

Wir testen verschiedene Preismodelle in Großbritannien und anderen Ländern, um den optimalen Preis zu bestimmen, der die Wichtigkeit der versendeten Nachrichten widerspiegelt. Ein Teil dieses Tests beinhaltet höhere Preise für Nachrichten an öffentliche Personen, basierend auf deren Anzahl an Abonnenten.

Die Preise seien aber noch nicht festgezurrt, heißt es bei Facebook. Als Teil dieses Tests wurden Menschen, zum Beispiel sogenannte öffentliche Personen, mit geringfügig höheren Preisen versehen. Alle aber offenbar unter einem Euro pro Nachricht. Allerdings sei dies nicht der einzige Faktor, der den Preis bestimme, schreibt Facebook. Dieser sei außerdem von dem Land, in dem sich eine Person befindet, abhängig. Außerdem würde auch die Anzahl der erhaltenen Nachrichten den Preis nach oben oder unten bewegen. Facebook stellt abschließend fest.

Daher lassen sich von den Preisen keine Rückschlüsse in Bezug auf den Grad an Berühmtheit dieser Person ziehen.

Facebook bleibt also mit seinen normalen Funktionen weiterhin kostenfrei. Nur für die Zusatzfunktion wird ein Beitrag erhoben.

(c) Michael Voß, www.michael-voss.de

Fragen zum neuen Rundfunkbeitrag

In der MDR INFO-Serie “Hörer machen Programm” beschäftigen wir uns heute mit dem Rundfunkbeitrag. Unser Hörer Stefan Neumann schrieb uns per E-Mail folgendes:
Da ich häufig die Podcast- und Mediathekangebote von öffentlich-rechtlichen Sendern über den Rechner nutze, komme ich ebenfalls in den Genuss von Sendungen wie Sachsenspiegel oder Tatort. Häufig wird das Programm in Livestreams aber unterbrochen oder es werden Sendungen, wie der Sachsenspiegel, nachträglich verkürzt online gestellt, weil einige Inhalt “aus rechtlichen Gründen” nichtgezeigt werden dürfen. Eine Ungleichbehandlung, zu den Fernsehzuschauern, die die komplette Sendung gezeigt bekommen.
Meine Frage: Wird mit der Umstellung der Gebühren auch auf das Ausstrahlen kompletter Sendungen im Netz umgestellt? Stefan Neumann
Ich habe mich einmal bei den Spezialisten für den neuen Rundfunkbeitrag umgeschaut.

Das alte Funkhaus in der Leipziger Springerstraße, in dem MDR INFO vor 21 Jahren das erste Mal auf Sendung ging, ist inzwischen ein Wohnhaus. Doch genau gegenüber in einem Neubau, da sitzen diejenigen, die bislang für die Rundfunkgebühr zuständig waren. Seit Jahresbeginn heißt die Gebühr Beitrag. Haustürkontrollen gibt es nicht mehr. Service wird hier geboten, Fragen beantwortet – auch die Frage  unseres Hörers. Vom Chef der MDR-Abteilung Rundfunkgebühr wollen wir wissen, ob künftig Sendungen im Internet vollständig zu hören  und zu sehen sind oder ob es weiterhin Verkürzungen geben wird. Christian Kramer:

Der  Rundfunkbeitrag ist zu entrichten dafür, dass man das Programmangebot nutzen kann. Aber es kommt letztendlich juristisch nicht darauf an, welches Programmangebot. Es ist eher eine lizenzrechlichte / vertragsrechtliche Frage und insofern wird sich wahrscheinlich an der Stelle nicht sehr viel ändern.Christian Kramer
Gerade beim Sport gibt es sehr oft lizenzrechtliche Einbschränkungen. So dürfen bestimmte Beiträge in einigen Ländern nicht im Internet gezeigt werden. Das liegt daran, dass die Rechtebesitzer – wie beispielsweise das Olympische Komitee – selbst an den Internetübertragungen verdienen wollen. Das führt dann zu den von unserem Hörer bemerkten Schrifteinblendungen im Livestream und zu Kürzungen bei den online sichtbaren Videos.

Diskutiert wird in der Politik allerdings erneut die Regelung, dass die öffentlich-rechtlichen Anbieter gesetzlich gezwungen sind, ihre aktuellen Internetbeiträge nach spätestens sieben Tagen zu löschen.

Doch der neue Rundfunkbeitrag hat auch klare Vorteile, beispielsweise für Wohngemeinschaften und Familien.


Also das bedeutet insbesondere für diejenigen, die zusammen in einer Wohnung leben, dass man sich abmelden kann, wenn man in der Vergangenheit als Rundfunkteilnehmer Rundfunkgebühren-pflichtig war – beispielsweise der Haushaltsangehörige, das Kind, die Großeltern. Oder aber auch in einer Wohngemeinschaft – klassisches Beispiel der Studenten – das jetzt nur einer den Rundfunkbeitrag für die Wohnung zu entrichten hat. Alle anderen können sich abmelden.Christian Kramer
Grundsätzlich gilt also: Pro Wohnung ist ein Beitrag zu zahlen – 17,98 Euro. Zeit zum Abmelden hat jeder noch bis zum 31. Dezember 2014 – also noch zwei Jahre. Den Beitrag gibt es dann sogar rückwirkend erstattet.

Wer mehr dazu wissen will, kann sich übrigens auf der Seite  rundfunkbeitrag.de im Internet informieren. Oder bei den Rundfunkbeitrags-Mitarbeitern in der Leipziger Springerstraße.

CSU gegen Löschung von Internetinhalten bei ARD und ZDF

Unglaublich – aber sinnvoll. Die CSU beschwert sich in einer Pressemitteilung darüber, dass die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten in Deutschland Inhalte gezielt aus dem Internet entfernen. Die stellvertretende CSU-Generalsekretärin und Bundestagsabgeordnete Dorothee Bär schreibt auf der CSU-Internetseite:

“Die Tatsache, dass öffentlich-rechtliche Inhalte nach 7 Tagen wieder aus dem Netz genommen werden müssen, widerspricht allem, was wir über die Informations- und Kommunikationskultur im digitalen Zeitalter wissen. Dies bestätigt nun die eben vorgelegte Studie des Büros für Technikfolgenabschätzung des Deutschen Bundestags.

Es ist nicht nachzuvollziehen, dass gebührenfinanzierte Inhalte, die durch ihre Eigenschaft als öffentlich-rechtlich auch für wertvollen Qualitätsjournalismus stehen, von denjenigen, die sie mitfinanzieren, nach kurzer Zeit nicht mehr auffindbar sein sollen.”

12. Rundfunkänderungsstaatsvertrag zwingt ARD und ZDF zur Löschung von Internetinhalten

Die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten in Deutschland löschen die Inhalte ihrer Internetseiten allerdings nicht freiwillig. Die Regelung des “Depublizierens” ist durch den 12. Rundfunkänderungsstaatsvertrag durch die Politik, führend durch CDU/CSU, vorgegeben worden. Ausschlaggebend für die Veränderungen war die Angst der Zeitungsverlage, aufgrund der werbe- und kostenfreien Internetangebote der öffentlich-rechtlichen Sender mit den eigenen Internetangeboten nicht mehr Geld verdienen zu können.

(c) Michael Voß, www.michael-voss.de

Neue Nachrichten-App des MDR

Nachrichten und Aktualitäten rund um die Uhr – das bietet MDR INFO. Damit Sie die Informationen auch bei sich haben, wenn Sie uns gerade einmal nicht hören, gibt es unsere App für Android-Handys und das iPhone. Und die ist nun neu. 

Die Nachrichtenwelt in der Hosen- oder Handtasche – überall dabei und jederzeit aktuell informiert. Das ist die Nachrichten-App. Jana Hahn ist Wellenchefin von MDR INFO und erklärt, was die neue App besser macht.

Sie bietet viel mehr Nachrichten, diese Nachrichten sind gegliedert in regionale, nationale, internationale Nachrichten. Und zum anderen ist es so, dass das Regionale klar unser Angebot dominiert. Denn als mdr haben wir da natürlich die größte Kompetenz. Und die Nutzer auf das gesamte Programm der letzten sieben Tage zurückgreifen und Beiträge nachhören wie sie mögen. Manchmal hat man ja einen Beitrag nicht vollständig gehört und will ihn noch mal hören. Diesem Bedürfnis tragen wir Rechnung mit der neuen App.

Und, das ist auch ganz wichtig, die neue Nachrichten-App verbraucht weniger Speicherplatz auf dem Handy, als die Vorgängerversion. Herunterladen lässt sich das Programm unter dem Namen „MDR Nachrichten“ im App-Store bei Apple oder im Play-Store bei Google.

Übrigens: Die Inhalte kommen nicht nur von MDR INFO, sondern auch aus den Fernsehnachrichten MDR aktuell und dem Intenetangebot MDR.de, denn der Mitteldeutsche Rundfunk setzt auf medienübergreifende Zusammenarbeit. Jana Hahn:

Bis zum vergangenen Jahr war es so, dass jede Nachrichtenredaktion im MDR völlig selbstständig gearbeitet hat und man zum Teil auch nicht wusste, was die Kollegen in den anderen Bereichen produzieren. Seit einem Jahr haben wir einen gemeinsamen Nachrichtendesk, wo wir die Nachrichtenarbeit koordinieren. Das heißt abstimmen, was sind die wichtigsten Themen des Tages. Welche Themen wollen wir mit welchen Reportern besetzen? Und dadurch schaffen wir es natürlich unsere Kräfte effizienter einzuteilen, ein größeres Nachrichtenangebot zu produzieren – und davon hat dann letztlich auch der Zuschauer oder der Hörer was.

Diese Zusammenarbeit macht sich jetzt auch auf der App bemerkbar. Die Nachrichten liegen dort in allen Formaten vor, die der MDR prodziert. Sie können gehört, gesehen und gelesen werden.

(c) Michael Voß, www.michael-voss.de

Live-Konzert auf dem Dach

20120801 – Es gibt Beiträge, deren Produktion macht einfach Spaß: Gestern war ich bei der Firma Startnext in Dresden, um hier Interviews über das sogenannte Crowdfunding zu führen. Was das genau ist und wem es etwas bringt, erzähle ich morgen früh mit Hilfe der Band Couscous bei MDR INFO. Das Duo will nämlich bis heute Nacht genug Geld für die Produktion seiner ersten CD zusammenbekommen. Und dieses Geld versuchen die beiden über die Internetseite von Startnext zu sammeln. Dort kann jeder Geld dazu geben und eine Gegenleistung dafür erweben.

Foto: Startnext / Tino Kreßner

Unser Interview auf der Dachterrasse in der Nähe des Blauen Wunders wurde schnell zu einem kleinen Konzert. Und es hat sich gelohnt. Nicht nur das Thema ist interessant, auch die Musik.

(c) Michael Voß, www.michael-voss.de