Neue Vorwürfe gegen Unister

Es wird in dieser Woche schon zur Gewohnheit: Gerade war ich wieder live im Studio-Gespräch bei MDR INFO und habe von neuen Vorwürfen gegen das Leipziger Internet-Unternehmen Unister erzählt. Diesmal ging es um einen Prozess, den Unister gegen den Sächsischen Datenschutzbeauftragten in erster Instanz verloren hat.

Außerdem soll die Unister-Holding in acht Unternehmen keinen rechtmäßigen Datenschutzbeauftragten haben. Gegen diese Feststellung klagt das Unternehmen allerdings derzeit vor dem Verwaltungsgericht.

(c) Michael Voß, www.michael-voss.de

Verbraucherzentrale klagt gegen Facebook

MDR INFO, 10.12.12
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Klagen über Facebook gibt es genug. Klagen gegen Facebook weniger. Nun klagt die Verbraucherzentrale, der Bundesverband in Berlin. Es geht – wie so oft – um mangelnden Datenschutz.

Die Verbraucherzentrale hatte Facebook bereits abgemahnt. Das Ergebnis: Kein „Gefällt mir“-Klick, sondern viel schlimmer: Keinerlei Reaktion. Nur wurde Klage eingereicht gegen Facebook in Irland – denn dort sitzt die Europazentrale des Anbieters. Konkret geht es um das bei Facebook vorhandene App-Zentrum. Hier gibt es Spiele und sonstige Zusatzfunktionen, die von Fremdfirmen programmiert und betrieben werden. Alles natürlich mit der Erlaubnis und mit viel Hilfe von Facebook.  Aus diesem App-Zentrum wandern Daten der Facebook-Nutzer hinüber, zu den Fremd-Firmen, ohne das die Nutzer ausreichend informiert werden – findet zumindest  Carola Elbrecht vom Bundesverband der Verbraucherzentralen:

Standardmäßig steht hier immer, dass allgemeine Informationen weitergegeben werden an den Betreiber. Dann oftmals auch die E-Mailadresse, irgendwelche Statusmeldungen, aber auch Spielstände und mehr. Also, ist noch völlig offen formuliert. Wir wissen auch nicht, was das heißt, wenn noch mehr Daten weitergegeben werden. Da ist natürlich völlig intransparent.

MDR INFO probierte dies einmal aus. Die eigene E-Mailadresse wird offenbar standardmäßig an die Fremdanbieter weitergeleitet. Außerdem  – so wörtlich – „allgemeine Informationen“. Ein Klick auf das dahinter liegende Fragezeichen führt auf eine neue Seite namens „Datenverwendungsrichtlichtlinie„. Hier heißt es – und es wird im Facebook-Jargon sofort gedutzt -, dass die Anbieter  „unter anderem deine Nutzerkennnummer sowie die Nutzerkennnummern deiner Freunde und deine öffentlichen Informationen“ erhalten. Mit anderen Worten: In dem Moment gibt man nicht nur seine eigene Identität Preis, sondern auch die seiner Freunde. Im Zusammengang mit der E-Mailadresse, die oftmals den tatsächlichen Namen beinhaltet, erhalten die Spieleanbieter damit ungeahnte Möglichkeiten.

Es ist durchaus möglich, dass dann aus den unterschiedlichsten Quellen dann eben diese Daten zusammengeführt werden. Dann bin ich nicht nur Lieschen, auf Facebook, sondern heiße Lieschen Müller. Mann kann dann schnell darauf schließen, dass ich seit fünf Jahren einen festen Freund habe, 1980 geboren wurde und Krimis gerne lese. Und dann wird’s natürlich schon datenschutzrechtlich problematisch.

Facebook schickte MDR INFO lediglich eine schriftliche Stellungnahme. Darin zeigte man sich erstaunt darüber, dass die Verbraucherzentrale öffentliche Gelder nutze, um rechtliche Schritte zu kleinen Detailfragen einzuleiten. Außerdem wird auf die bereits erwähnte „Datenverwendungsrichtlinie“ hingewiesen.

Wir stellen umfassend transparente Informationen und Kontrollmöglichkeiten hinsichtlich der Frage, wie Applikationen auf Facebook funktionieren, zur Verfügung und erklären dies ausführlich in unserer Datenverwendungsrichtlinie.

Mit keinem weiteren Wort erklärt Facebook allerdings, weshalb die Vorwürfe der Verbraucherzentrale über die schlechte Information unzutreffend seien.

(c) Michael Voß, www.michael-voss.de

Bitterfeld-Wolfen: Datenschutz geht zur Schule

MDR INFO, 06.12.12
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In Bitterfeld setzt das Europagymnasium „Walter Rathenau“ auf eine neue Ausbildung im Datenschutz für alle Schüler. Das Projekt „Datenschutz geht in die Schule“ läuft zur Zeit in Zusammenarbeit mit dem Stadtwerken Bitterfeld-Wolfen.

Tatort: Internet, Tatumfeld: Schule, Tatvorgang: Cybermobbing – die üble Nachrede im Internet.  Florian Fiedler ist Schulsprecher am Europagymnasium Bitterfeld. Er hatte sich im sozialen Netzwerk „Schüler CC“ ein Profil angelegt und dann passierte es.

Zwei Tage später hat dann irgendjemand mit irgendeinem Bild, was er von mir hatte, so ein gleiches Profil, Fakeprofil nennt sich das, von mir erstellt und ist dann damit irgendwo im Internet rumgegangen. Das war natürlich extrem scheiße, um das mal so auszudrücken. Man kann nichts dagegen machen. Keiner weiß, wer ist jetzt der richtige und wer nicht.

Idenditätsklau wird so etwas auch genannt. Und davon kann seine Schulsprecherkollegin Ann-Christin Spikale ebenfalls erzählen.

Auch jemand in meinem Alter, der hat eigentlich nur ne abfällige Bemerkung über jemanden gemacht, und schon wurde ein Fakeprofil erstellt. Da wurde das Bild verunstaltet, auch irgendwelche Bemerkungen in diesem Internetprofil getätigt, die eigentlich nicht der Wahrheit entsprachen, das war schon ziemlich krass.

Noch schlimmer ist es, wenn Freunde untereinander ihre Passwörter für Facebook und Co. austauschen. Nach manch einer geplatzten Freundschaft wurde dann sogar das richtige Profil vom ehemaligen Freund geradezu gekapert und verändert.

Für Schulleiter Eckardt Appenrodt sind das ganz wichtige Probleme, die über die Schule hinaus weit in das private Umfeld seiner Schüler reinreichen. Doch für Schulen ist es mit Lehrplänen, die zehn Jahre alt sind, schwer, den Schülern hier etwas Neues beizubringen.

Die Hauptprobleme sind ganz einfach, dass wir einen technischen Fortschritt heute sehen bei Schülern, bei technischen Geräten, bei sozialen Netzwerken, die uns als Schulen eigentlich überfordern.

Deshalb läuft an seiner Schule jetzt ein dreiwöchiges Projekt. Alle Schüler, Lehrer und sogar viele Eltern am Europagymnasium werden durch einen Profi in Sachen „Datenschutz“ geschult. Möglich wurde dieses durch Hilfe von außen. Die  Stadtwerke Bitterfeld-Wolfen stellen ihren externen Datenschutzbeauftragten zur Verfügung. Seine Unterrichtstunde ist unterhaltsam, insbesondere, wenn er plötzlich Namen der Schüler aufruft, ihnen erzählt, wann sie Geburtstag haben, was sie am Vortag erlebten und mit wem sie noch so befreundet sind. Volltreffer.  All sein Wissen hat er aus Netzwerken. Für den Datenschützer Thomas Glauer ist es eine wichtige Aufgabe.

Also ich, wie auch manche meiner Kollegen, wir machen dieses Thema „Datenschutz geht in die Schule“, deswegen, weil wir der Meinung sind, das es wichtig. Das die Kinder schlicht und ergreifend informiert werden müssen, was für Risiken, aber auch was für Chancen das draußen im Internet und bei den Neuen Medien lauern.

Eine Privatinitiative, die im wahrsten Sinne des Wortes Schule macht. Bundesweit sind inzwischen 40 andere Datenschützer zum Teil in ihrer Freizeit in Schulen unterwegs.

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Datenschutz in Schulen

Ein Schuldirektor sagte mir heute, die staatlichen Bildungseinrichtungen sind überfordert, den Schülern genug Informationen zum Umgang mit Daten im Internet zu liefern. Wie seine Schule einen neuen und ganz besonderen Weg zum Thema „Datenschutz“ geht, erzähle ich morgen bei MDR INFO

Jetzt produziere ich den Beitrag ersteinmal.

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Facebook schafft die Mitsprache wieder ab

Facebook schafft die Mitsprache der Nutzer bei wichtigen Veränderungen wieder ab. In eine Mail, die an alle User verschickt wurde, heißt es:

Wir schätzen das von dir während unserer Kommentarphase erhaltene Feedback sehr, haben allerdings festgestellt, dass der Abstimmungsmechanismus ein System geschaffen hat, das die Quantität der Kommentare über deren Qualität stellt.

Über Veränderungen werde man künftig auf der Seite https://www.facebook.com/fbsitegovernance informiert. Um das Erscheinen neuer Texte mitzubekommen, müsse man dafür den dortigen „Gefällt mir“-Button klicken.

Am Nachmittag wurde ich dazu bei MDR INFO ausgefragt.

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Sicherheitsgesetze wissenschaftlich evaluieren: Bundesdatenschutzbeauftragter legt Leitfaden vor

Der Bundesbeauftragte für den Datenschutz und dieInformationsfreiheit Peter Schaar hat heute einen Leitfaden zur Gesetzesevaluation vorgestellt. Der Leitfaden wurde im Auftrag des Bundesbeauftragten vom Deutschen Forschungsinstitut für öffentliche Verwaltung, unter der Leitung von Professor Dr. Jan Ziekow, erarbeitet.
Peter Schaar: „Die Eignung gesetzlicher Maßnahmen und ihre Folgen für die Grundrechte der Bürgerinnen und Bürger müssen nach wissenschaftlichen Kriterien beurteilt werden. Die Deutungshoheit hierfür darf nicht weiter bei den Stellen liegen, die mit zusätzlichen Befugnissen ausgestattet wurden. Vielmehr muss der Deutsche Bundestag auf Basis unabhängiger und nach wissenschaftlichen Kriterien durchgeführter Evaluation darüber entscheiden, ob einmal beschlossene Befugnisse weiterhin gerechtfertigt sind.“
Die Erfahrung zeige, dass insbesondere die aufgrund konkreter Bedrohungen eingeführten Befugnisse der Sicherheitsbehörden selbst nach einer Entspannung der Sicherheitslage nicht zurückgenommen wurden. Noch im vergangenen Jahr wurden die nach dem 11. September 2001 unter Zeitdruck erlassenen Anti-Terror-Gesetze erneut ohne gründliche, unabhängige Überprüfung verlängert. Der gesetzlich geforderte Evaluierungsbericht wurde vor der Verabschiedung des Gesetzentwurfs nicht vorgelegt.
Der „Leitfaden zur Durchführung von ex-post-Gesetzesevaluationen unter besonderer Berücksichtigung der datenschutzrechtlichen Folgen“ richtet sich an Abgeordnete und Beamte, die mit einer Gesetzesevaluation betraut sind. Der Leitfaden setzt sich umfassend mit den Standards, Evaluationsinstrumenten und Methoden auseinander, die für die Evaluation gelten und stellt die verfassungsrechtlichen Rahmenbedingungen dar. Er gibt zudem einen praktischen Überblick über die notwendigen Abläufe bei den evaluierenden Stellen. Schon bevor eine Evaluierung in Auftrag gegeben wird, hilft der Leitfaden den Entscheidungsträgern, dafür die richtigen Bedingungen festzulegen.
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Googles DatenDialog 2012

Klein und links an der Seite bin ich auch zu sehen. (Foto: Google)

Sicherheit, Datenschutz und die Bedeutung von Daten: Das waren die zentralen Themen des zweiten Google DatenDialog am 16. Oktober 2012 in der Berliner Kalkscheune. Wie schon 2011 trafen sich mehr als 150 Experten aus Politik, Regulierung und Wirtschaft, um gesellschafts- und wirtschaftsrelevante Fragen des Datenschutzes und der Datensicherheit zu diskutieren. An der von Richard Gutjahr (Bayerischer Rundfunk) moderierten Veranstaltung beteiligten sich unter anderem der Leiter des Leibniz-Rechenzentrums der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Prof. Dr. Arndt Bode, der Staatssekretär im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend Lutz Stroppe, sowie Paul Nemitz, Director, Fundamental rights and citizenship der Europäischen Kommission.

Interessant, welcher Computer im Einsatz ist (Foto: Voß)

Daten sind von fundamentalem Wert für Gesellschaft, Politik, Wissenschaft, Wirtschaft sowie den einzelnen Bürger. Die Veranstalter des DatenDialogs hatten es sich daher zur Aufgabe gemacht, den ganzheitlichen Werte-Ansatz zu diskutieren: den Wert der Daten, des Datenschutzes und der -prozesse, den Wert der Datensicherheit, Medienkompetenz und Bildung sowie den Wert von Datenschutz-Technologien.

Dass diese Werte schon seit längerem die politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Diskussionen in Deutschland und in Europa bestimmen und ein permanenter Erfahrungsaustausch auch über die Landesgrenzen hinaus nötig sei, betonte Dr. Wieland Holfelder, Engineering Director bei Google in seiner Eröffnungsrede: “Dass Daten einen Wert haben, ist nicht neu – auch nicht der Wunsch, Informationen schnell zu erhalten. Wir reden zwar schon lange vom Informationszeitalter, aber mit den neuen technischen Fortschritten ist der Wert der Daten in einer anderen Dimension zu betrachten: Sie greifen ineinander und müssen gleichberechtigt voran getrieben werden. Wir hoffen, mit dem heutigen DatenDialog einen Schritt in diese Richtung gemacht zu haben.”

Prof. Dr. Arndt Bode, Leiter des Leibniz-Rechenzentrums der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, präsentierte Europas größten Rechner “SuperMUC” und stellte in seiner Rede zum Wert der Daten für die Wissenschaft fest: „Daten transportieren unser kulturelles Erbe. Sie müssen deshalb frei, effizient und sicher gespeichert und zugänglich sein. Die Kosten für diese Aufgabe sind alleine durch staatliche Ressourcen nicht abdeckbar.“

Auf die komplexe Funktionsweise der Google-Suche und den Wert von Daten für Suchmaschinen ging Peter Dickman, Engineering Manager bei Google Schweiz, in seinem Vortrag ein. Im Rahmen der Veranstaltung wurden zudem Referenzprojekte zur innovativen Datennutzung vom Fraunhofer Institut und dem BMW Guggenheim Lab vorgestellt.

Zwei Panel-Diskussionen am Nachmittag widmen sich Fragen der Medienkompetenz sowie der Umsetzung von Datenschutzprozessen. In der Abschlussdiskussion am Abend wird unter anderem über die Bedeutung der Datensicherheit debattiert. Die Diskutanten: Peter Schaar, Bundesbeauftragter für den Datenschutz und die Informationsfreiheit, Dr. Günther Welsch, Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik, Thomas Ramge, Technologie-Korrespondent des Wirtschaftsmagazins “brand eins” und Dr. Wieland Holfelder von Google Germany.
(Google-Pressemitteilung)

(c) Michael Voß, www.michael-voss.de

Auf zu Google’s DatenDialog 2012

Heute beschäftigten mich die Themen „Datenschutz“, „Datensicherheit“ und „Werte von Daten“. Bin von Google dazu nach Berlin eingeladen worden.

Mehr dazu dann bald an dieser Stelle und bei MDR INFO.

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