Meine heutige Lieblingsnachricht: Behörden vernichten virenverseuchte Computer

In Mecklenburg-Vorpommern sind 170 Computer vernichtet worden, weil sie durch Viren verseucht waren. Offenbar sind a) Virenschutzprogramme vor Ort nicht bekannt und b) war es den zuständigen Mitarbeitern offenbar auch nicht bewusst, dass man Softwareprobleme durchaus auch anderes lösen kann.

Unter Ziffer 432 des Jahresberichtes 2012 des Landesrechnungshofes Mecklenburg-Vorpommern heißt es wörtlich:

Anfang September 2010 wurde durch das Bildungsministerium ein massiver Virenbefall in den IT-Systemen des IQMV festgestellt. Um eine weitere Ausbreitung der Viren zu verhindern, erfolgte eine Abtrennung des IQMV vom internen Netzwerk des Bildungsministeriums sowie vom Netzwerk der Landesverwaltung. Neben dem Wegfall der IT-gestützten Kommunikation konnte auch der Bildungsserver nicht mehr genutzt werden. Die Arbeitsfähigkeit konnte durch den Einsatz von „dienstlichen Not-PCs“ sowie privaten Geräten nur eingeschränkt aufrecht erhalten werden.

Die Virenbeseitigung erfolgte durch eine Bereinigung aller Server des IQMV sowie einer Neubeschaffung von 170 Arbeitsplatz-PC (APC)145 mit anschließender Rücksicherung der Benutzerdaten. Hierfür stellte das Finanzministerium im Haushaltsvollzug dem Bildungsministerium 20.000 Euro Verstärkungsmittel bereit und willigte in Ausgabeumschichtungen in Höhe von 152.300 Euro ein.

Mich würde interessieren, ob defekte Autos in Mecklenburg-Vorpommern auch gleich verschrottet werden oder in die Werkstatt gehen….

(c) Michael Voß, www.michael-voss.de

Microsofts Deutschland-Chef sieht das Ende des Touchscreens

MDR INFO, 08.03.13
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Noch bis Sonntag läuft in Hannover die weltgrößte Computermesse, die CeBIT. Microsoft ist dort einer der größten Aussteller. Ich sprach mit dem Deutschland-Chef des Unternehmens und interessierte mich dafür, wohin sich die Computerwelt in den nächsten Jahren verändern wird.

Hoch über dem riesigen Erlebnisstand von Microsoft hat der Deutschland-Chef des US-Unternehmes sein Messe-Büro für eine Woche eingerichtet. Kaffee schenkt Christian Illek selbst für seine Besucher ein, dass müsse er doch zuhause auch. Der Manager führt die weltweit zweitgrößte Außenstelle des Unternehmens erst seit September. 2.600 Microsoft-Mitarbeiter arbeiten unter seiner Führung in der Nähe von München.

Illek sieht zwei konkrete Veränderungen auf den Computermarkt zukommen: das Ende der Trennung zwischen privaten und beruflichen Geräten und – das Ende oder Besser die Weiterentwicklung der Touchscreens.

Ich glaube nicht, dass „Touch“ die Endausbaustufe ist, wie man mit Endgeräten umgeht. Ich glaube, Gesten- oder Mimiksteuerung wird etwas sein, mit dem wir uns in den nächsten Jahren auseinandersetzen werden. Stellen Sie sich vor, Sie müssen nicht mehr auf ein Smartphone drauftippen, sondern es reicht nur, wenn man es anzeigt und der Sensor erkennt, welche App ich eigentlich benutzen will. Das heißt, es gibt keine Fingerabdrücke mehr auf dem Smartphone. Sie müssen nicht mehr 30 Mal am Tag das Smartphone sauber machen.


Im Spielemarkt ist Microsoft bereits mit dem Bewegungssensor Cinnect vertreten. Dieser registriert Bewegungen, um sie dann auf virtuelle Personen oder Ereignisse umzusetzen. Doch Chrstian Illek sieht hier ganz andere Möglichkeiten:

Wir haben beispielsweise – ich sag mal – Showcases, wie man das so schön auf Neudeutsch sagt, mit großen Modeherstellern, wo sie sich quasi vor einem Bildschirm aus dem Inventar, was verfügbar ist, anziehen können. Das machen Sie über eine Cinnect. Da können Sie sich eine Krawatte vor dem Bildschirm anziehen, können sich entsprechend eine Anzugsjacke dazu anziehen und können sich einfach virtuell anschauen, wie das aussieht, ohne dass man es anziehen muss.

Für den Deutschland-Chef von Microsoft ist eine weitere Beobachtung wichtig: Die Grenzen zwischen privater und beruflicher Nutzung von Computern und Handys würden immer mehr verschwinden.

Viele von uns haben heute ein Smartphone, dass sie im privaten Umfeld nutzen und gleichzeitig müssen sie mit neuer Technologie im Unternehmensumfeld umgehen. Was wir allerdings sehen, ist, dass das Unternehmensumfeld sich langsamer entwickelt, als das private Umfeld. Man kriegt also im Consumer-Umfeld Innovationen mit, die ich heute im Unternehmen noch nicht sehe.

Doch Illek rechnet damit, dass auch diese letzte Trennlinie schwinden wird. Microsoft habe deshalb bereits mit dem neuen Betriebssystem Windows 8 gehandelt: Die Programme könnten von einem System aus sowohl für berufliche als auch private Bereiche genutzt werden. Wo inhaltliche Trennung, beispielsweise bei den Mailsystemen, nötig sei, könnte dies jeweils eingerichtet werden. Allerdings gebe es noch Vorbehalte bei den Computer-Spezialisten vieler Arbeitgeber.

(c) Michael Voß, www.michael-voss.de

Jagd auf “Roter Oktober”

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“Jagd auf Roter Oktober” ist nicht nur ein Spielfilm, sondern derzeit auch die Jagd nach einem Spionageprogramm, welches gezielt Computer in Botschaften, Militäreinrichtungen und Forschungsunternehmen ausspioniert. Sein Name: Roter Oktober. Die Firma Kasperky Lab – ein russisches Unternehmen – hat diesen Computer-Schädling im Oktober entdeckt – und dahinter steckt eine hochintelligent programmierte Gefahr für diplomatische und Forschungs-Computer.

Magnus Kalkuhl ist Stellvertretender Direktor des weltweiten Forschungs- und Analyse-Teams von Kaspersky. Auf seinem Tisch liegt alles, was bisher über “Roter Oktober” bekannt ist. Das ganze klingt nach einem Spielfilm – was steckt dahinter?

Ja, zu nem guten Spielfilm oder Roman gehören ja immer auch Spionagegeschichten. Und da haben wir jetzt anscheinend das volle Paket. Es gibt diplomatische Einrichtungen, die betroffen wurden, Forschungsinstitute, auch im Bereich Energie, Atomforschung. Das ganze dann verbunden mit einer Spionatesoftware. Das kommt natürlich so einem Roman sehr nahe.

Und wie ein Roman klingt die Story wirklich. Das Virenprogramm befällt nicht ziellos Rechner, sondern sucht sich die Opfer nach ganz speziellen Kriterien aus. Betroffen sind für die Politik und für die Forschung wichtige Stellen, darunter auch viele Militär-Einrichtungen, Botschaften und Konsulate. Die Schwerpunkte liegen dabei in Asien und fast ganz Europa. Computer von Privat-Personen oder außerhalb dieser staatlichen oder Forschungs-Einrichtungen sind nicht betroffen.

Eingeschleust wird der Schädling über Mail-Anhänge, die wiederum gut vorbereitet wurden – auch thematisch.

Die Opfer haben E-Mails bekommen, die auf ihre Interessen hin optimiert waren. Das können Sie sich vorstellen: Wenn Sie jetzt eine Einladung bekommen würden zur Pressekonferenz, dann werden sie den Anhang natürlich auch öffen, weil sie ja denken, das wird jetzt nicht Schlimmes sein, wenn wie noch mit ihrem Namen angesprochen werden. Und genauso wurde das in diesen Fällen, soweit wir wissen, auch gemacht.

Nur, diese Anhänge waren manipuliert. Durch Schwachstellen – beispielsweise beim Microsoft-Programm Word – drang das Schadprogramm in den Computer ein. Und dort konnte es sogar Dateien herstellen, die es eigentlich gar nicht mehr gab. Magnus Kalkuhl.

Wenn Sie eine Datei löschen auf ihrer Festplatte oder auch auf einen USB-Stick, dann ist die Datei eigentlich nicht ganz weg, sondern sie wird eigentlich eher aus dem Inhaltsverzeichnis herausgelöscht. Die Daten sind aber noch drauf. Was Roter Oktober nun macht: Wenn Sie einen USB-Stick anstecken an den Rechner, versucht der Schädling die eigentlich gelöschten Daten wieder herzustellen und schließlich dann an die Kontrollserver zu übermitteln.

Die Kontrollserver nehmen die Daten entgegen, verschicken sie via Internet auf wieder andere Server und über Umwege dann zu den Auftraggebern. So wird die Spur im Internet verwischt. Einige dieser  Kontrollserver wurden bereits in Deutschland geortet. Doch “Roter Oktober” ist weiterhin aktiv – und dass offenbar bereits unbemerkt seit 2007, wie die Virenforscher bei Kaspersky herausfanden.

–> Karte: Verbreitung von “Roter Oktober”
–> Details der Analyse

(c) Michael Voß, www.michael-voss.de

Microsofts Surface hat Probleme mit einer Naht

MDR INFO, 13.11.12

Ende Oktober brachte Microsoft sein neues Betriebssystem Windwos 8 auf den Markt. Gleichzeitig erschien auch das Eingebau-Tablet Surface. Doch mit letzterem haben einige Kunden nicht nur Freude. 

Surface (Foto: Microsoft, Newsroom)

Im US-Städtchen Redmont wird man sich gewaltig ärgern. Hier sitzt Microsoft. Und was da nun durch Kunden bekannt wird, klingt schon fast wie ein Witz. 

Doch schnell die Vorgeschichte: Apple und  Google, die großen Gegenspieler auf dem Markt, hatten bislang das, was Microsoft fehlte: Nämlich einen Tablet-PC – bei vielen schon einfach durchweg iPad genannt, egal von welchem Hersteller er kommt. Diese flachen und leichten Geräte hatten bislang Computer, Bildschirm und Tastatur in sich vereint – der sogenannte Touch Screen. Sie sind so ziemlich das modernste und hippeste im Computergeschäft. Microsoft zog nun nach und bot etwas an, was seinerseits noch nie da war.  Das Surface: Es kann das, was die anderen auch können, nur angeblich besser,  es läuft mit Windows 8 und hat eine Schutzverkleidung, die, wenn man sie öffnet, zum Ständer für den Bildschirm und zur Tastatur für die Finger wird. Ein gewaltiger Fortschritt, dieses sogenannte Touch Cover. Denn irgendwie fehlt bei der Konkurrenz, wie beim iPad, die richtige Tastatur und auf dem Bildschirm ist das Tippen sehr umständlich.

Und nun das:

Ausgerechnet auf der Microsoft-eigenen Homepage “Surface Forum” beklagen sich die Nutzer. Der Nutzer Brian beschwerte sich vor ein paar Tagen als erster – andere folgten.

Mein Touch Cover fängt in der Mitte an zu pellen. Es röppelt einfach auf.

Wyejoe ergänzt:

Meines auch. Genau in der Mitte auf der Naht reißt es schnell durch. Ich werde es austauschen lassen. Und das Microsoft-Logo blättert ab.

Surfacer kritisiert auch die Verarbeitung, betont aber, dass er mit dem Gerät selbst und der Technik sehr zu frieden ist.

Und Microsoft? Vor dem Mikrofon konnte – oder wollte? – heute MDR INFO niemand etwas sagen. Nur schriftlich hieß es:

Leider ist momentan kein Sprecher zu dem Thema verfügbar. Wir können auch nur so viel sagen, dass wir die Touch Cover, die nicht in Ordnung sind, ersetzen.

Für den Verbraucher also eigentlich kein Problem – für Microsoft jedoch ein großes Imageproblem, denn: Es ist der erste richtige Eigenbau. Und ausgerechnet bei einer simplen Verbindung wie einer Naht, scheint das Hochtechnologie-Gerät zu patzen. Microsoft-Chef Steve Ballmer, zur Zeit auf Werbetour für Windows 8, sagte der französichen Zeitung “Le Parisien”, der derzeitge Verkaufsstart sei  “bescheiden”. Das mag daran liegen, dass man die Surface-Geräte zur Zeit nirgendswo bekommt – außer auf der Homepage des Konzerns. In Deutschland wird in den Häusern einer Hotelkette zusätzlich noch das Angucken und Anfassen der Geräte ermöglicht. Doch die Sorgen in Redmont dürften zunehmen.

(c) Michael Voß, www.michael-voss.de

Steve Ballmer und die Schlaumäuse

Das ausgerechnet der oberste Chef ein regionales Produkt von Microsoft vorstellt, ist ungewöhnlich. Steve Ballmer kam tatsächlich für eine halbe Stunde nach Berlin. Kurzer Auftritt und dann ging es schnell weiter. Kein Kontakt  zu den Anwesenden. Das mag daran liegen, dass sein eigentliches Anliegen Windows 8 heißt. Gestern hat er es in London vorgestellt. Heute Vormittag vor Wirtschaftsleute in Berlin. Und dann eben am Nachmittag kurz vor Journalisten und guten Kunden in der Humboldt-Box. Viel Neues gab es nicht zu hören. Und Windows 8 und Schlaumäuse konnte ich ja bereits vorstellen.

(c) Michael Voß, www.michael-voss.de

Freitag startet Windows 8

Windows Phone 8 – die mobile Version (Foto: Microsoft)

Am Freitag startet Windows 8. Am Donnerstag kann ich bei der offiziellen Präsentation in Berlin mit dabei sein. Ich freu mich schon darauf.

Freitag früh gibt es dann meine Eindrücke bei MDR INFO zu hören.

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Apple ist das weltweit erfolgreichste Unternehmen aller Zeiten

MDR INFO, 21.08.12
Apple ist seit der Nacht das weltweit erfolgreichste Unternehmen aller Zeiten. Dazu mein Kommtar bei MDR INFO.
iPad, iPhone, iPod, Macintosh – mit diesen Produkten wird man das weltweit wertvollste Unternehmen aller Zeiten.
Apple ist kein Konzern wie jeder andere. Apple ist ohne Zweifel etwas Besonderes.
Als Gründer Steve Jobs vor einem Jahr die Führung von Apple abgab, schrieb er an seine Mitarbeiter: «Ich glaube, dass die besten und innovativsten Tage noch vor Apple liegen». Wenige Wochen später verstarb Jobs an seiner schweren Krebserkrankung. Doch der Erfolg bei Apple ging weiter und Jobs Voraussage in Erfüllung. Es gibt kein Unternehmen mehr, was erfolgreicher ist oder war als Apple.
Wie schafft man einen solchen Erfolg? Und wird er weiter anhalten?
Die Antwort auf die erste  Frage ist einfach: Steve Jobs hat diesen Konzern geprägt, wie niemand anderes. Wer Apple verstehen will, muss Jobs verstanden haben.
Jobs war ein Schwarz-Weiß-Denker: Für ihn gab es nur supergeniale Menschen oder Versager. Wer gut war wurde gefördert, wer schlecht war, wurde rausgeschmissen.
Genauso war es mit den Produkten. Es gab gute Geräte oder Müll. Das Gute wurde produziert, das Schlechte landete im Mülleimer – und das alles ist  wörtlich zu nehmen, wie Mitarbeiter und Ehemalige berichten.
Nehmen wir das iPad. Bis heute wohl eine der erfolgreichsten Produktionen der Computerwelt.
Jobs hatte die Idee schon lange. Bis ins kleinste Detail wurde gefeilt. Ab 2000 ging die Entwicklung los. Runde Ecken, keine Anschlussbuchsen – oder vielleicht, aber kaum sichtbar. Und keinesfalls Platz für Speichermedien von außen. Erst zehn Jahre später ging das iPad in die Produktion und den Verkauf. Für wahre Computerexperten  fehlt am iPad so einiges: Zum Beispiel die USB-Steckverbindung – mit der auch andere Geräte, wie Drucker, angeschlossen und Daten übertragen werden können. Jobs setzte sich durch. Ergebnis: Das iPad ist schön und einfach zu bedienen. Damit eröffnete Jobs Menschen das Computererlebnis, die andere Produkte als zu kompliziert empfanden. Der Preis für das iPad ist zwar  höher, als ein vergleichbares Tablet-Gerät der Konkurrenz, aber das iPad wurde gekauft und katapultierte die Gewinne in die Höhe.
Und damit sind wir bei der zweiten Frage: Wird der Erfolg anhalten?
Jobs führte den Konzern wie ein Diktator. Als sein eigener Aufsichtsrat nicht mehr mitmachte, verließ Jobs 1985 im Streit die von ihm gegründete Firma. Als diese am Abgrund stand, kehrte Jobs zwölf Jahre später wieder zurück. Jobs überzeugte Microsoft mit stimmlosen Aktien bei Apple einzusteigen. So wurde Apple ausgerechnet von seinem größten Konkurrenten gerettet. Heute wäre so etwas unvorstellbar. Und ohne Steve Jobs an der Spitzer wohl auch. Andererseits ist sein Nachfolger Tim Cook über viele Jahre von ihm ausgesucht und dann eingesetzt worden. Und auch bei dieser Suche dürfte Jobs nach seiner bisherigen Devise vorgegangen sein: Für ihn gibt es nur supergeniale Menschen oder Versager. Und einen Versager hätte Steve Jobs nie als Nachfolger vorgesehen.
(c) Michael Voß, www.michael-voss.de