Facebook gibt jetzt Hintergrundinformationen zu verlinkten Meldungen – Ein neuer Button klärt darüber auf, wer hinter den Nachrichten steht

Facebook-Startseite
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Facebook hat zwei neue Informationsmöglichkeiten eingeführt. Zum einen gibt es bei Eilmeldungen direkt einen Hinweis auf die Wichtigkeit dieser Information, wenn sie veröffentlicht wird. Und zum anderen gibt es jetzt Informationen zu Medien, die etwas auf Facebook veröffentlichen. Was genau dahinter steckt, erklärte ich im Nachrichtenradio MDR Aktuell.

Guido Bülow ist der Mann bei Facebook, der für die Bekämpfung von Falschmeldungen verantwortlich ist und zwar in Nord- und Zentraleuropa. Außerdem versucht er in Zusammenarbeit mit den älteren Medien sogenannte Fakenews zu verhindern. Guido Bülow fasst seine Arbeit so zusammen:

Das ist einmal das Entfernen von beispielsweise fragwürdigen Beiträgen oder gefälschten Konten, das ist das Reduzieren der Verbreitung von Falschmeldungen und zu guter Letzt auch das Informieren. Also ein besseres Informieren der Menschen durch das Bereitstellen von mehr Kontext zu Beiträgen, die sie tatsächlich bei uns auf der Plattform sehen.Guido Bülow, Facebook
Hier ist der Kontext-Button zu finden: ein kleines "i"
Hier ist der Kontext-Button zu finden: ein kleines “i”
Eine dieser neuen Ideen wurde vor kurzem eingeführt. Es ist ein kleines „i“. Auch „Kontext-Button“ genannt, welcher seit kurzem auftaucht, wenn Nutzer Medien-Meldungen verlinken.

Der Kontext-Button liefert im Grunde genommen drei Dinge: Eine kurze Beschreibung der jeweiligen Nachrichtenquelle basierend auf den Wikipedia-Eintrag, weitere Artikel aus der aktuellen Nachrichtenquelle, sowie eine Auflistung von den Freunden, die den Artikel bereits geteilt haben. Und das soll dabei helfen, ein besseres Verständnis, mehr Kontext darüber zu geben, was lese ich als Nutzer tatsächlich auf Facebook.Guido Bülow, Facebook
Facebook liefert Informationen zu verlinkten Meldungen
Facebook liefert Informationen zu verlinkten Meldungen
So kann der Nutzer die Quelle jetzt selbst auf Seriosität hin untersuchen. Allerdings sind auch Wikipedia-Einträge nicht immer fehlerfrei, weil sie durch eine Vielzahl von Menschen jederzeit umgeschrieben werden können. Doch das sieht Guido Bülow nicht als großes Problem:

Also an der Stelle verlassen wir uns tatsächlich auf die Wikipedia. Wir haben aber immer natürlich die Möglichkeit, sobald es uns ein Nutzer oder auch ein Verlag irgendwie zurückmeldet „Hey, da steht eine falsche Information drin“, das auch zu korrigieren.Guido Bülow, Facebook

Facebook übernimmt damit ein ähnliches Model, wie es auch schon Google macht: die Zusammenarbeit mit Wikipedia, als Wissensquelle des Internets. Doch Facebook arbeitet auch konkret mit Redaktionen zusammen: Zur Zeit läuft ein Test, bei dem wichtige und ganz aktuelle Nachrichten als „Eilmeldung“ gekennzeichnet werden:

Wir haben festgestellt, dass Eilmeldungen besonders dann gut funktionieren, wenn es sich um klassische News handelt. Weniger um Nachrichten die beispielsweise aus dem Entertainment-Bereich kommen. Hier geht es tatsächlich darum, dass sich Nutzer informiert fühlen, und weshalb wir jetzt auch im zweiten Schritt schauen, was sind eben die Partner, den wir das zur Verfügung stellen.Guido Bülow, Facebook

Diese Partner sind Zeitungen, Fernsehsender oder Hörfunkwellen, die mit einem Klick die Eil-Meldung selbst als solche kennzeichnen. So sollen seriöse Inhalte sichtbarer gemacht werden. Doch auch das Löschen von Falschmeldungen und gefälschten Konten habe inzwischen zu weniger FakeNews bei Facebook geführt, meint Guido Bülow.

Kürzlich gab es auch drei unabhängige Studien, von der Standford University, Michigan University und Le Monde Research, die noch einmal bestätigt haben, dass der Ansatz, den wir verfolgt haben konsequent seit Beginn letzten Jahres, dass das auch funktioniert. Dass wir in der Lage sind, Falschmeldungen einzudämmen und unser Weg letztendlich auch der richtige ist.Guido Bülow, Facebook

Ein Weg allerdings, auf den Facebook erst durch heftigen Druck unter anderem durch deutsche Gesetze geführt wurde.