Fake News leicht gemacht – ein Tool zum Selbermachen

Fake News leicht gemacht – so könnte man den Service eines Internetangebotes beschreiben. Innerhalb von wenigen Minuten kann damit jeder ohne Vorkenntnisse eine bestehende Internetseite kopieren, die Inhalte fälschen, umschreiben und dann unter sehr ähnlichem Namen im Internet abspeichern. Für MDR Aktuell habe ich ausprobiert, wie es funktioniert und wie man die gefälschte Seite erkennen kann.

Fake News – gefälschte Nachrichten – sind derzeit in. Kein Wunder, dass es jetzt auch ein kleines, aber wirkungsvolles Programm gibt, um ganz schnell die eigene Fake News zu produzieren und übers Netz zu verbreiten. Man braucht nicht einmal etwas herunterzuladen. Clone Zone.link ist unter genau diesem Namen öffentlich im Internet zu finden. Jeder kann es kostenfrei von jedem internetfähigen Gerät aus nutzen.

Clone Zone fragt zunächst nach der Seite, die man fälschen möchte. In unserem Fall „www.MDRaktuell.de“. Der Name wird eingetragen. Ein Klick auf den Knopf „Clone“ und schon erscheint unsere Seite als Kopie auf dem Bildschirm. Jeder Bereich ist jetzt anklickbar. Überschriften und Texte können dann beliebig umgeschrieben werden. Bilder können durch eigene Aufnahmen ausgetauscht werden. Zusätzlich ist in das Programm sogar die Bildsuche von Google integriert, mit der man dann auch beliebige Bilder aus dem Internet übernehmen kann – natürlich illegal, denn die Recht dafür erwirbt man nicht automatisch. Alle Veränderungen werden sofort auf dem Bildschirm angezeigt und brauchen keinerlei technischen Sachverstand.

Im nächsten Schritt lassen sich die Titelzeile und die allgemeinen Informationen verändern. Wer gefälschte Nachrichten erstellen will, ändert diese Texte nicht, um möglichst nah am Original zu bleiben. Bei allen Veränderungen bleiben Aufbau, Farben und Logos der Seite unverändert.

Dann kann man die Adresse der Seite eingeben. In unserem Fall „www.MDRaktuell.de“. Wer jetzt „Upload“ anklickt, lädt die Seite in das Internet. In wenigen Minuten ist so eine korrekt aussehende Nachrichtenseite mit falschen Inhalten in das Internet gesetzt worden.

Das Ergebnis sieht verblüffend echt aus. Selbst die Adresse der Seite – „www.MDRaktuell.de“ steht oben im Internetbrowser. Allerdings ist hinter der Länderkennung – in diesem Fall „de“ für Deutschland – kein Schrägstrich wie bei authentischen Seiten zu lesen, sondern ein Punkt und danach „clonezone.link“. Das ist der einzige wirklich erkennbare Hinweis auf ein Fälschung. Man braucht sich nur eines zu merken: Der Name einer Internetseite – die Domain – endet niemals mit einem Punkt. Alles nach dem Punkt gehört noch zum Namen. Erst ein Leerzeichen oder ein Schrägstrich beendet den Namen.

Bei unserem Selbstversuch haben wir natürlich darauf verzichtet, die Seite zu veröffentlichen, um keine Falschmeldungen zu verbreiten.

Hinter dem Angebot Clone Zone steht übrigens eine New Yorker Firma mit dem Namen „4real“, die normalerweise Internetseite gestaltet.

Eine Antwort auf „Fake News leicht gemacht – ein Tool zum Selbermachen“

Kommentare sind geschlossen.