IFA: Technik, die hilft gesund zu leben

eMovements und der Rollator Ello
eMovements und der Rollator Ello
Auch die Gesundheit war Thema auf der heute zu Ende gehenden Internationalen Funkausstellung in Berlin. Wie lässt sich Technik nutzen, um das Leben angenehm und vor allem gesund zu machen? Ich habe für den ARD-Hörfunk zwei ganz unterschiedliche Firmen besucht.

In der Philips-Halle auf der IFA gibt es täglich eine Show, bei der es um die Gesundheit geht. Zwischen den vielen technischen Geräten ist das eher verwunderlich. Doch Pressesprecherin Jeannine Kritsch meint, es sei normal:

Das ist ja unsere grundsätzliche Ausrichtung, als Philips, als Gesundheitskonzern. Wir kommen aus der Medizintechnik.

Philips-Gesundheits-App
Philips-Gesundheits-App
Ein Vorteil, den das Unternehmen jetzt nutzt. Alle Geräte, die sich um die Gesundheit kümmern, wären auch für den Einsatz in einem Krankenhaus zugelassen. Bis auf die Waage, wie die Jeannine Kritsch lachend ergänzt. Und sicherlich auch bis auf das Aussehen, denn das ist eher dem modernen Wohnen angepasst.

Es ist eine Reihe von vernetzten Produkten. Eine Gesundheitsuhr, Blutdruckmessinstrumente, Thermometer und meine Vitaldaten werden gemessen, laufen in einer App zusammen, werden dort im Prinzip analysiert, und ich erhalte meine persönlichen Tipps, wie ich gesünder leben kann.

Das System funktioniert nach dem Baukastenprinzip: Man braucht nicht alles. Man kauft nur das, was notwendig ist. Doch mit Geräten außerhalb des Unternehmens funktioniert das nicht. Und das ist das Grundproblem des Smart-Home-Systems: Seit Jahren versuchen sich die Unternehmen auf einen Standard zu einigen. Bislang vergeblich.

Benjamin Rudolph von eMovements
Benjamin Rudolph von eMovements
Ein Problem, was eMovements nicht hat. Das junge Startup-Unternehmen ist eine Ausgründung aus der Universität Stuttgart: Zwei Ingenieure und dazu ein Betriebsbwirt, das ist das gesamte Personal. Ihre Idee: Der Rollator soll seinem Besitzer wirklich helfen und nicht nur ein stabiler Einkaufsbeutel sein. Dafür bekam er sogar einen Motor. Ein Projekt von ganz jungen Leuten für die ältere Generation – genannt: Ello. Die Idee dahinter, schildert Benjamin Rudolph:

Der Ello unterstützt zum Beispiel beim Bergaufgehen. Er nimmt das Gewicht, nach dem Einkauf zum Beispiel, aber noch wichtiger: Er bremst ab beim Bergabgehen und drosselt die Gehgeschwindigkeit.

Doch der motorisierte Rollator kann noch mehr – der Akku an Bord muss genutzt werden:

Durch den Notrufknopf kann jemand benachrichtigt werden, wo sich die Person mit dem Rollator, mit dem Ello, gerade befindet. Wir haben aber auch ein Lichtkonzept verbaut, das heißt, in der Dunkelheit oder in der Dämmerung kann man sich dadurch deutlich besser bewegen. Und wir haben, was wirklich ganz oft gewünscht wurde, eine Hupe eingebaut.

Die Drei-Personen-Firma will den Rollator ab Ende des Jahres an den Start bringen.