IFA: Wie startet ein Startup?

Maria Leye (mit Rad) ist eine der Mitgründer von "iLockit"
Maria Leye (mit Rad) ist eine der Mitgründer von “iLockit”
Auf der heute zu Ende gehenden Internationalen Funkausstellung in Berlin war eine Messehalle den sogenannten Startups gewidmet. Startups sind Jungunternehmen mit besonderen Ideen –sehr oft im digitalen Bereich. Doch wie startet eigentlich ein Startup? Was muss man machen, um Firmengründer zu werden? Die Frage stellte ich und fand Antworten.

Startup – der Name spricht sich so leicht und klingt positiv. Man stellt sich kleine Unternehmen vor, mit jungen und frischen Mitarbeitern. Zumindest dieses Vorurteil erfüllt die Firma um das Projekt „iLockit“, die nicht anderes, als ein Fahrradschloss produziert – aber eine ganz besonderes, doch dazu später mehr. Maria Leye ist eine der Mitgründer:

“Wir” heißt: Drei Ingenieure und eine BWlerin. Die steht hier.

Die Ingenieure sind für die Konstruktion verantwortlich, die Betriebswirtschaftlerin für das Geld und die Öffentlichkeitsarbeit.
Aus der Sicht des Bundesverbandes Deutsche Startups ist genau das die richtige Ein- und Aufstellung, sagt der Vorsitzende, Florian Nöll:

Ich würde immer raten, früh mit anderen über die Idee zu sprechen, sich Mitstreiter zu suchen – drei Viertel unserer Startups gründen im Team und das hat absolut seine Berechtigung und seine Vorteile, wenn sich da Personen finden, die sich komplementär ergänzen, und dann gemeinsam so ein Unternehmen gründen.

Wichtig ist natürlich auch, dass man genau weiß, worum es eigentlich gehen soll. Das muss exakt festgelegt sein, meint Florian Nöll, und bringt es auf zwei Sätze.

An Anfang ist meist die Idee. Vielleicht auch die Erkenntnis, dass man ein Problem besser lösen kann, als andere das schon tun.

Und da kann das Team rund um „iLockit“ auf eine ganz interessante Geschichte zurückblicken. Alles fing völlig theoretisch im Studiengang „Technologie- und Informationsmanagement“ der Fachhochschule Brandenburg an. Als Projekt wurde ein Businessplan erstellt – wohl nur zum Spaß entschied man sich für ein Fahrradschloss als Produktionsziel. Doch dann merkte man, dass man das wirklich besser machen könnte, als andere. Aus dem Traumschloss wurde ein ganz konkretes Projekt. Maria Leye beschreibt es aus der Sicht eines Radfahrers und künftigen Kunden:

Also, er stellt sich vor, er hat sein Handys in seiner Tasche und kann sich einfach wegbewegen – es schließt sich. Er kommt wieder – und es öffnet sich. Sprich: Das Schloss erkennt, wenn ich da bin oder nicht.

Das funkgesteuerte Fahrradschloss
Das funkgesteuerte Fahrradschloss
Das Handy sendet nämlich mit einer App ein besonderes Signal. Und deshalb ist das Rad immer abgeschlossen, wenn der Besitzer – und damit auch das Handy – nicht da ist. Wenn der Besitzer samt Handy zurückkommt, merkt es das Schloss und öffnet sich sofort. Die Konstruktion funktioniert. Die Firma ist inzwischen gegründet. Eine Gründerförderung für die drei Ingenieure kam hinzu. Jetzt wird mit einem sogenannten Crowdfundig-Projekt im Internet Geld für die Startproduktion gesucht – jeder kann vorab ein Schloss erwerben und bekommt es dann Anfang 2016. Dann nämlich startet die Produktion des funkgesteuerten, automatischen Fahrradschlosses. Und wird aus der Theorie des Studiums eine wirklich praxisorientierte Firma, deren Businessplan einfach stimmen muss.